Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2024/1: Totalrevision der Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität (BMV) · 118 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 9Fedlex · Ergebnisbericht

3.5.2 Interkantonale und kantonale Organisationen

Das vorgesehene Formular wurde von allen interkantonalen und kantonalen Organisationen (8) verwendet, die eine Stellungnahme eingereicht haben.

Nachfolgend werden nur die Rückmeldungen wiedergegeben, die überwiegend allgemeiner Natur sind, sofern solche Rückmeldungen gemacht wurden (allgemeine Würdigung der Reform und ähnliches).

Spezifische Bemerkungen oder ablehnende Meinungen zu einzelnen Artikeln der BMV, Kapiteln des RLP-BM oder Leitlinien der BM-Strategie, welche die Organisationen in der Rubrik “Allgemeine Bemerkungen” des Antwortformulars oder in einem Begleitschreiben festgehalten haben, werden nur in den Kapiteln 4, 5 und 6 des vorliegenden Berichts aufgenommen, um Redundanzen zu vermeiden.

KIMS ist der Ansicht, dass der Entwurf der BMV generell zu begrüssen ist, mehr Flexibilität bringt und Schwachstellen der BMV 2009 korrigiert.

ALV begrüsst es, dass die Artikel der BMV konkreter geworden sind. Auch die BM-Strategie ist grundsätzlich gut, sollte aber konkreter werden. Die Passerelle zu den Universitäten sollte als Thema in die Strategie aufgenommen werden.

LKB erkennt die sorgfältige Vorbereitung der Revision vonseiten des SBFI, welche sich in den zur Vernehmlassung veröffentlichten Dokumenten niederschlägt. Die Revision der BMV sowie die Überarbeitung des RLP-BM nehmen einige von vielen Seiten gewünschte inhaltliche oder sprachliche Verbesserungen auf und tragen gleichzeitig den seit der Einführung veränderten Bedingungen im Bildungswesen und in der Gesellschaft Rechnung. Die Rückmeldung der LKB stützt sich auf der Vorlage der Stellungnahme der SBBK, wird aber mit weiteren Hinweisen ergänzt.

LBZ und VBB erachten die pädagogische Förderung von Laufbahngestaltungskompetenzen (LGK) im Berufsmaturitätsunterricht als zentral. Diese sollen als Ziele der eidgenössischen Berufsmaturität definiert werden.

SVMEP kritisiert die Entwicklungen in den BM-Grundlagen seit 2012 und fordert, dass die Berufsmaturität wieder stärker auf humanistische Kenntnisse (Kunstgeschichte, Philosophie, Sozialwissenschaften, Ökologie usw.) ausgerichtet wird. Die Berufsmaturität hat sich von ihrem ursprünglichen Ziel, die beruflichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen der Lernenden zu stärken, entfernt. Im Vordergrund steht nun die Vorbereitung auf ein Fachhochschulstudium, was die persönliche und berufliche Entwicklung der Lernenden einschränkt. Trotz der Stärkung der Mathematik seit 2012 sind die Leistungen der Lernenden nicht signifikant besser geworden, was zu einer Doppeltbelastung führt. SVMP weist auf das Problem der Unverhältnismässigkeit zwischen dem zu vermittelnden Stoff und der zur Verfügung stehenden Zeit hin, das mit der Reform nicht angegangen wurde. SVMP fordert, dass die gesamte Stoffmenge an die zur Verfügung stehenden Lektionen angepasst wird. SVMEP kritisiert die erschwerte Bestehensbedingungen (Notendurchschnitte mit Dezimalstellen, mehr Hausaufgaben, insbesondere beim Blended Learning) und den handlungskompetenzorientierten Unterricht, welche zu einem Verlust von Grundkenntnissen und zu Misserfolgen im ersten Jahr der Berufsmaturität führt.

SVMEP kritisiert ebenfalls die Einführung des Blended Learning, welche die Arbeitsbedingungen der Lernenden und der Lehrkräfte verändern wird. SVMEP ist der Ansicht, dass die Richtlinien im RLP-BM keine revolutionäre Veränderung der aktuellen Unterrichtspraktiken enthalten und der Einsatz neuer pädagogischer Mittel im Sinne einer Reflexion über die gemeinsame Wissenskonstruktion nicht thematisiert wird. SVMEP befürchtet einen zu hohen Druck auf die Lehrkräfte, welche psychosozialen Risiken ausgesetzt werden. Die Rolle der Arbeitgeber wird hingegen vernachlässigt. Gemäss erläuterndem Bericht soll die Berufsmaturität die Chancengleichheit fördern, insbesondere für wirtschaftlich benachteiligte Personen. Es fehlen jedoch konkrete Massnahmen zur schulischen Unterstützung, um die-