Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2024/94: Änderung des Obligationenrechts (Verlängerung des Urlaubs für ausserschulische Jugendarbeit) · 17 Seiten
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Bericht über das Ergebnis des Vernehmlassungsverfahrens: Änderung des Obligatio-
nenrechts (Verlängerung des Urlaubs für ausserschulische Jugendarbeit)
einen) Rechnung zu tragen. Diese zweite Anpassung zielt insbesondere darauf ab, Artikel 329e OR mit dem Bundesgesetz vom 30. September 2011 über die Förderung der ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen6 (KJFG) in Einklang zu bringen.
4 Allgemeine Bemerkungen zum Vorentwurf
4.1 Grundsätzliches
Die Mehrheit der Teilnehmenden (24 Kantone, 6 Parteien und 51 Organisationen) unterstützt die Vorlage insgesamt. Ein Kanton7 und eine Organisation8 lehnen den Vorentwurf insgesamt ab, während sich eine Organisation9 nur gegen die Ausweitung des Anwendungsbereichs von Artikel 329e OR auf Tätigkeiten in der offenen Jugendarbeit ausspricht.
4.2 Allgemeine Zustimmung zum Vorentwurf
Zahlreiche Teilnehmende betonen zunächst anhand von Zahlen die zentrale Bedeutung der Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Sie weisen darauf hin, dass im Jahr 2020 mehr als 600 Millionen Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet wurden, was 330'000 Vollzeitstellen entspricht.10 Sie stellen jedoch fest, dass der Anteil der Freiwilligen seit fast 30 Jahren kontinuierlich zurückgeht. Verantwortlich seien sowohl demografische Faktoren (Alterung der Bevölkerung, Geburtenrückgang) als auch strukturelle Aspekte (Flexibilisierung, Mobilität, Individualismus, Wettbewerb, Vermischung von Privat- und Berufsleben).11 Auch die Erwartungen an die ehrenamtliche Arbeit hätten sich gewandelt, bevorzugt werden kurze Tätigkeiten ohne langfristige Verpflichtungen.12 Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, Massnahmen zu ergreifen, die ein solches Engagement erleichtern, umso mehr, als ein erheblicher Teil der Freiwilligenarbeit von jungen Menschen geleistet wird (ein Drittel der 15- bis 29-Jährigen ist ehrenamtlich tätig) und sich in dieser Altersklasse viele gerne ehrenamtlich engagieren würden (drei Viertel der 15- bis 24-Jährigen ziehen eine formelle Freiwilligenarbeit in Betracht).13
Konkret nannten die Befürworterinnen und Befürworter die folgenden Gründe für die Unterstützung der Vorlage:
Wichtiger Beitrag zur Entwicklung junger Menschen (überfachliche Kompetenzen)
Mehrere Teilnehmende weisen darauf hin, dass die Jugendlichen in der Freiwilligenarbeit Erfahrungen ausserhalb des beruflichen Umfelds sammeln und sog. überfachliche Kompetenzen wie Selbstvertrauen, Kommunikationsfähigkeit, Stressbewältigung, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit, Projektorganisation und -management, Teamarbeit sowie
6 SR 446.1
7 JU unterstützt die Vorlage nur, wenn geeignete Begleitmassnahmen festgelegt werden.
8 CP
9 EIT.swiss
10 AF+, AFS, DSJ, Freikirchen, Frisbee, IdéeSport, Pro Juventute, Rotary, Rotes Kreuz, SAJV, SGG, SJMV, SUS, Swiss Olympic, UNICEF, VPOD, VSS
11 Die Junge Mitte, AFS, DSJ, IdéeSport, Pro Juventute, Rotary, Rotes Kreuz, SAJV SGG, SJMV, SUS, Swiss Olympic, UNICEF, VPOD, VSS
12 IdéeSport, Pro Juventute, Rotary, Rotes Kreuz, SAJV, SGG, SJMV, SUS, Swiss Olympic, UNICEF, VPOD, VSS
13 BS, AFS, DSJ, Frisbee, IdéeSport, Pro Juventute, Rotary, SAJV, SJMV, SUS, Swiss Olympic, Travail.Suisse, UNICEF, VPOD, VSS