Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/29: 22.405 n Pa. Iv. WAK-N. Einführung einer Klimareserve für Schweizer Wein · 14 Seiten

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Nationale und 1 52

überregionale Organisationen Weitere 8 5 61

Total 21 13 145

3.1.1. Kantone

Zwanzig Kantone haben im Rahmen der Vernehmlassung Stellung genommen. Zehn Kantone (AG, AI, BE, GR, LU, SG, SH, SO, TG, UR) lehnen die Vorlage grundsätzlich ab. Sie verweisen auf die Gefahr einer Traubenüberproduktion, die angesichts des stark rückläufigen Weinkonsums eine Sättigung des Marktes für Schweizer AOC-Weine zur Folge hätte. Sie führen an, dass die Bestrebungen, eine

regelmässige Ernte und ein gesichertes Angebot zu garantieren, den natürlichen Marktmechanismen zuwiderlaufen. Des Weiteren heben sie hervor, dass die Nachfrage durch ein qualitativ hochwertiges Angebot erhöht werden muss. Sie bringen ferner Bedenken an in Bezug auf eine mögliche Gefährdung des qualitativen Modells, das derzeit für Schweizer Weine gilt. Sie halten den zusätzlichen

administrativen Aufwand, der durch diese Massnahme entstehen könnte, für unnötig. Darüber hinaus sind sie der Auffassung, dass diese Massnahme grossen Betrieben zum Vorteil gereichen und kleinere Betriebsstrukturen benachteiligen könnte.

Fünf Kantone (BS, NW, TI, VD und ZG) unterstützen die Vorlage ohne Änderung. Drei Kantone (JU, NE und VS) unterstützen ihre Zielrichtung. Sie schlagen jedoch Änderungen bei der Kontrolle der AOC-Wein-Reserven vor. NE schlägt ausserdem eine Änderung im Zusammenhang mit der Bildung von Weinreserven vor und macht seine Unterstützung von der Harmonisierung der Bestimmungen über die Bewirtschaftung der Reserven abhängig. Mehrheitlich begrüssen die acht Kantone

insbesondere den freiwilligen Charakter der Massnahme und die angestrebte Stabilisierung des Angebots an AOC-Weinen auf dem Markt angesichts der Produktionsschwankungen infolge

unvorhersehbarer Wetterereignisse.

Zwei Kantone (FR und GE) stellen sich zwar nicht gegen die Vorlage, zweifeln angesichts ihrer

Komplexität aber an ihrer Umsetzung. FR ist der Meinung, dass für seine AOC-Weine kein

Handlungsbedarf besteht und bezweifelt, dass die Produktion über die kantonalen Höchsterträge hinaus ein positives Signal darstellt in Anbetracht des abnehmenden Weinkonsums. GE ist der

Ansicht, dass eine harmonisierte Umsetzung auf nationaler Ebene unerlässlich ist, um kantonale Unterschiede zu vermeiden. Der Kanton fordert, dass AOC-Wein-Reserven, die nicht als AOC-Weine vermarket werden, vom Markt genommen werden, um einen stärkeren Druck auf alle Weinklassen zu vermeiden.

Vier Kantone (AR, GL, OW und ZH) haben mitgeteilt, von einer Stellungnahme zur Vorlage

abzusehen, und dies unter anderem damit begründet, dass sie bereits die vom Bund vorgeschriebenen Höchstlimite anwenden.

3.1.2. Politische Parteien

Die GRÜNEN Schweiz unterstützen die Vorlage der WAK-N, da die Teilnahme an der Massnahme freiwillig ist und an den geltenden Maximalerträgen auf Bundesebene festgehalten wird. Die GRÜNEN betonen jedoch, dass solche Massnahmen keine ausreichende Antwort auf die Folgen der

Klimaerwärmung darstellen, und fordern stattdessen ehrgeizigere Klimaschutzmassnahmen und eine nachhaltige Umgestaltung der Lebensmittelproduktion. Zudem kritisieren sie die Freihandelspolitik des Bundesrates, insbesondere das Mercosur-Abkommen, das sie als Bedrohung für den Schweizer Weinbau ansehen. Die GRÜNEN fordern von der bürgerlichen Mehrheit nachhaltige Lösungen statt Symbolpolitik.