Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2025/76: Bundesgesetz über Cannabisprodukte (Cannabisproduktegesetz, CanPG) – Umsetzung der parlamentarischen Initiative 20.473 · 188 Seiten

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Gruppe an Kindern aus Zürich seit 2004 begleitet, wurde deutlich häufigerer Konsum von Cannabis festgestellt. So haben im Jahr 2013 42 Prozent der 15-Jährigen angegeben, dass sie schon einmal Cannabis konsumiert haben, zwei Jahre später mit 17 Jahren lag dieser Anteil bei etwa 64 Prozent.28

Gesundheitliche Auswirkungen

Der Konsum von Cannabis ist stets mit gesundheitlichen Risiken behaftet, aus Sicht der öffentlichen Gesundheit ist aber vor allem problematisch, wenn häufig, viel und über längere Zeit hinweg Cannabis konsumiert wird und der Konsum bereits in jungen Jahren beginnt. Die Wirkung von Cannabis ist je nach Zusammensetzung und Dosis beruhigend, euphorisierend bis leicht halluzinogen. Bei einem sporadischen Konsum von Cannabis sind die gesundheitlichen Risiken verglichen mit anderen psychoaktiven Substanzen eher gering, aber keineswegs unbedenklich.29 Die Risiken sind grösser, wenn über eine längere Zeit viel konsumiert wird. Durch langfristigen Risikokonsum steigt bei Cannabiskonsumierenden die Wahrscheinlichkeit von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen. Ebenso birgt der längerfristige Konsum von Cannabis das Risiko, eine psychische Abhängigkeit zu entwickeln. Das Risiko von psychischen Erkrankungen oder psychotischen Episoden nimmt auch mit dem THC-Gehalt zu. Wenn Cannabis geraucht wird, erhöht sich zudem das Risiko von Entzündungen der Atemwege und Krebserkrankungen, wobei die Beimischung von Tabak das Risiko noch steigert. Bei Cannabis mit einem hohen THC-Gehalt und bei der Einnahme von Cannabis über den Magen-Darm-Trakt ist auch das Risiko einer Überdosierung grösser. Auf dem illegalen Markt erworbenes Cannabis kann schliesslich mit Streckmitteln oder gesundheitsschädigenden Stoffen verunreinigt sein und sein THC-Gehalt ist nicht bekannt.30

Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass ein Konsum in jungen Jahren die Hirnentwicklung beeinträchtigen kann, vor allem bei häufigem oder hoch dosiertem Konsum.31 Ein dauerhafter Konsum wirkt sich negativ auf die Aufmerksamkeit, Konzentration und Lernfähigkeit aus. Nach heutigem Kenntnisstand sind diese Beeinträchtigungen grösstenteils reversibel, wenn der Konsum eingestellt wird. Weitgehend unbestritten ist, dass Cannabis bei Personen mit entsprechender Veranlagung psychotische Spektrumsstörungen auslösen beziehungsweise deren Entwicklung beschleunigen und den Krankheitsverlauf verschlechtern kann.

28 Quednow, B. B. / Steinhoff, A. / Bechtiger, L. / Ribeaud, D. / Eisner, M. / Shanahan, L. (2021): High Prevalence and Early Onsets : Legal and Illegal Substance Use in an Urban Cohort of Young Adults in Switzerland. European Addiction Research, 28(3): 186-198.

29 Hall, W. (2014): What has research over the past two decades revealed about the adverse health effects of recreational cannabis use? Addiction, 110(1): 19-35.

30 Bernhard, W. / Ambach, L. / König, S. / Nussbaumer, S. / Weinmann, W. (2017): Untersuchung von Cannabis auf Streckmittel, Verschnittstoffe, Pestizide, mikrobiologische und anorganische Kontaminationen. Im Auftrag des BAG.

31 Hall, W. / Leung, J. / Lynskey, M. (2020): The Effects of Cannabis Use on the Development of Adolescents and Young Adults. Annual Review of Developmental Psychology, 2(1): 461-483.