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Vernehmlassung 2025/83: Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026 · 60 Seiten
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Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026 [Vernehmlassungsentwurf]
Sinn und Geist der Neutralität vereinbar – umso mehr, als der Neutrale die Pflicht hat, militärischen Vorkehrungen zu treffen, um sich erfolgreich gegen Angriffe zu verteidigen.2
Der Sicherheitspolitische Bericht 20003 untermauerte diese Ausrichtung konzeptionell und hielt fest, dass die Kooperation im Innern zwischen den sicherheitspolitischen Mitteln und Staatsebenen durch verstärkte internationale Kooperation ergänzt werden sollte. Die Schweiz verstärkte insbesondere die Polizeikooperation und wurde assoziiertes Mitglied des Schengenraums. Auch der Sicherheitspolitische Bericht 20104 betonte Herausforderungen der inneren Sicherheit.
Unter dem Eindruck einer Verschlechterung der Sicherheitslage in Europa, insbesondere seit der Annexion der Krim durch Russland 2014, richtete der Bundesrat die Sicherheitspolitik der Schweiz 20165 wieder stärker auf machtpolitische Bedrohungen aus. Der Sicherheitspolitische Bericht 20216 befasste sich insbesondere mit der hybriden Konfliktführung. Der offene militärische Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 war für die Schweiz Anlass, die Verteidigungsanstrengungen zu verstärken und internationale Kooperation zu intensivieren. Zu diesem Schluss kam der Zusatzbericht zum Sicherheitspolitischen Bericht 2021 vom September 20227. Er bekräftigte den Anspruch der Schweiz, sich als neutraler Staat so weit wie möglich selbständig zu verteidigen, gleichzeitig aber die Voraussetzungen zu schaffen, dies bei einem bewaffneten Angriff gemeinsam mit anderen Staaten tun zu können.
Im Sommer 2023 setzte das VBS aufgrund dieser Entwicklungen eine Studienkommission ein. Sie sollte aus Aussenperspektive und mit breiter Expertise Impulse für die vorliegende sicherheitspolitische Strategie geben. Im August 2024 legte die Kommission ihren Studienbericht8 mit über 100 Empfehlungen vor, darunter Anpassungen in der Neutralitätspolitik, eine weitreichende Verteidigungskooperation mit ausländischen Partnern, die Erhöhung des Verteidigungsbudgets auf 1 % des BIP bis 2030 sowie weitere Massnahmen zur Stärkung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Resilienz. Viele dieser Überlegungen sind in die vorliegende Strategie eingeflossen; andere sind Gegenstand laufender Debatten oder wurden durch politische Entscheidungen verworfen.
Der Stellenwert der Sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz 2026
Auf diesen Grundlagen baut die Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026 auf und trägt den neuen Entwicklungen Rechnung. Im Sinne der umfassenden Sicherheit legt sie den
2 Bericht über die Aussenpolitik der Schweiz; BBl 1994 I 153, S. 222 ff.
3 BBl 1999 7657.
4 BBl 2010 5133.
5 BBl 2016 7763.
6 BBl 2021 2895.
7 BBl 2022 2357.
8 Bericht der Studienkommission Sicherheit, 29.08.2024.