Vorlage
Vernehmlassung 2025/83: Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026 · 60 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 24Fedlex · Vorlage
Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026 [Vernehmlassungsentwurf]
höher die Infrastrukturdichte, desto grösser die potenziellen Schäden, weil Ausfälle und Störungen sich schnell verketten können. Auch die Energieproduktion und die Schifffahrt können beeinträchtigt werden.
Gesundheit
Die Covid-19-Pandemie verdeutlichte die weitreichenden globalen Folgen von neuen Krankheitserregern. Das Risiko für erneute Pandemien bleibt bestehen. Der Klimawandel, der globalisierte Personen-, Waren- und Tierverkehr und die Zerstörung von Habitaten von Wildtieren begünstigen neue Infektionskrankheiten, Tierseuchen, Krankheitsübertragungen zwischen Mensch und Tier sowie Antibiotikaresistenzen. Auch Bioterrorismus, Laborunfälle oder chemische und radiologische Gefahren können Gesundheitskrisen auslösen. Solche Ereignisse, Anschläge oder Katastrophen können schnell zur Überlastung von Gesundheitssystemen führen.
Migration
In den letzten Jahren hat die Zahl der Menschen weltweit zugenommen, die aufgrund von bewaffneten Konflikten, schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen oder klimabedingten Faktoren auf der Flucht sind. Migrationsbewegungen können auch sicherheitspolitische Auswirkungen haben. Sie werden teilweise als Druckmittel und Teil hybrider Konfliktführung instrumentalisiert. Auch kann es terroristischen oder gewalttätig-extremistischen Akteuren oder radikalisierten Einzelpersonen gelingen, im Zuge von Flucht- und Migrationsbewegungen unentdeckt nach Europa zu gelangen. Schleuserkriminalität und Menschenschmuggel werden meistens von kriminellen Netzwerken organisiert. Im Asylbereich beeinträchtigen niederschwellige Eigentumsdelikte, oft begangen von Wiederholungstätern aus bestimmten Staaten, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und schwächen das Vertrauen in das Asylsystem.
3 Die Schweiz: Merkmale und Verwundbarkeiten
3.1 Werte und Interessen
Föderalismus und direkte Demokratie
Die Schweiz ist dezentral organisiert. Ihre politische Struktur ist darauf angelegt, Machtkonzentration zu vermeiden. Föderalismus und Subsidiarität ermöglichen und fördern lokal und regional verankerte Lösungen. Die direkte Demokratie erhöht die Legitimität von Entscheidungen. Das kollegiale Regierungssystem verringert die Bedeutung einzelner Personen oder Parteien. Damit ist das politische System nicht auf rasche oder radikale Entscheidungen ausgerichtet, sondern geprägt von Konsultationen und Konsensfindung. Hinzu kommt das Milizsystem in der Armee, im Zivilschutz, im Zivildienst, in der Feuerwehr, in Vereinen und in einem