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Consultation 2005/43: Evolution future de la politique agricole (Politique agricole 2011) · 370 pages
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Ausgangslage
7 Besonderer Teil 6: Kostensenkung und Verstärkung des Wettbewerbs
In der Schweiz bezahlen Bäuerinnen und Bauern für Produktionsmittel, Maschinen und Gebäude zum grössten Teil Preise, die höher liegen als im Ausland. Gegenstand dieses Teils ist in erster Linie die Untersuchung des Ausmasses und der Ursachen dieser Preisdifferenzen, aber auch der möglichen Massnahmen zu deren Verminderung. Die Kostensenkung in der Landwirtschaft selber durch Verbesserung der Arbeitsproduktivität und durch Strukturwandel wird im Allgemeinen Teil dargestellt (Ziff. 1.8). Die vorgeschlagenen Änderungen im Landwirtschaftsgesetz (Ziff. 2), insbesondere die Schwellenpreissenkung für Futtermittel und die Umlagerung der Marktstützung in Direktzahlungen, zielen in erster Linie darauf ab, die Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaft zu verbessern. Gleichzeitig werden Massnahmen für einen effizienteren Vollzug der Agrarpolitik zur Diskussion gestellt.
Nachfolgend werden in der Ausgangslage (Ziff. 7.1) die Preisunterschiede zum umliegenden Ausland bei ausgewählten Vorleistungen dargestellt. Gestützt darauf wird die Kostendifferenz bei den landwirtschaftlichen Vorleistungen geschätzt und eine quantitative Beurteilung der Preisinsel Schweiz vorgenommen. Das Kapitel "Massnahmen" (Ziff. 7.2) umfasst in erster Linie eine Überprüfung der heutigen Vorschriften. Dort wo ein Spielraum für eine Vereinfachung oder Abschaffung besteht, wird eine entsprechende Änderung vorgeschlagen. Abschliessend wird auf die Möglichkeiten der Wettbewerbspolitik eingegangen.
7.1 Ausgangslage
7.1.1 Preise landwirtschaftlicher Vorleistungen
Internationale Vergleiche zeigen signifikante Preisdifferenzen bei den landwirtschaftlichen Vorleistungen der Schweiz gegenüber den umliegenden Ländern Frankreich, Deutschland und Österreich. In diesem Abschnitt werden die Preise für landwirtschaftliche Maschinen (Fahrzeuge und mobile Arbeitsgeräte), Ökonomiegebäude, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Saatgut, Tierarzneimittel und Futtermittel analysiert. Die Gründe für das meist höhere Preisniveau in der Schweiz sind so vielschichtig, dass deren Erfassung oder gar die Analyse der einzelnen Einflüsse äusserst schwierig und aufwändig wäre. Die zur Ermittlung der Preisdifferenzen an verschiedene Institutionen erteilten Aufträge umfassten deshalb die Analyse der Gründe nicht. Zumindest ein Teil davon ergibt sich aus der besonderen Situation am Standort Schweiz und ein anderer Teil aus der besonderen Situation der Landwirtschaft in der Schweiz. Die nachfolgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
¾ Höhere Lebensstandards und Kleinräumigkeit führen zu hohen Baulandprei-
sen, intensiven Bauvorschriften etc.
¾ Hohe Löhne, wobei je nach Branche und Betrachtungsweise die gesamten
Kosten pro Arbeitsstunde etwa in Deutschland oder Frankreich ebenso hoch sein können wie in der Schweiz.