Rapport sur les résultats

Consultation 2014/53: Révision partielle de la loi fédérale sur l'assurance-maladie relative au pilotage du domaine ambulatoire · 167 pages

Fedlex · Rapport sur les résultats · Page 43Fedlex · Rapport sur les résultats

Hinweise, Kritiken, Vorschläge, Anträge Verfasser Observations, critiques, suggestions, propositions Auteurs Osservazioni, critiche, suggerimenti, proposte Autori

Der Spitex Verband Schweiz unterstützt die Vorlage als Ganzes, solange sorgfältig da-

rauf geachtet wird, dass insbesondere die Hausarztmedizin und die Spitex-Pflege für

alle BewohnerInnen der Schweiz zugänglich bleibt / wird, insbesondere auf dem Land

und in der Agglomeration. Das Augenmerk ist auf die Fachspezialisten und die Städte

zu legen.

Der VSAO lehnt 1. Eine quantitative Zulassungssteuerung des ambulanten Bereichs VSAO + VSAO aus grundsätzlichen Überlegungen ab und bestreitet deren Notwendigkeit. 2. Lehnt er SG/AR/AI + die geplante Form der Zulassungssteuerung als ungeeignet ab. Er fordert 3., dass die VSAO-ZH aktuell gültige qualitative Zulassungssteuerung weitergeführt und allenfalls ausgebaut

wird. Er listet 4. Bedingungen auf, welche bei einer unbefristeten Zulassungssteuerung

des ambulanten Bereichs erfüllt sein müssten, wenn der Bundesrat an seinem Vor-

schlag festhalten sollte. Er formuliert entsprechende Änderungsanträge.

Auswirkungen der Masseneinwanderungsinitiative

Die Schweiz steht vor der Herausforderung, einer immer älter werdenden Bevölkerung

eine weiterhin sehr gute Gesundheitsversorgung anbieten zu können. Dazu wird das

Gesundheitswesen in Zukunft mehr Personal benötigen. Die Gesundheitsversorgung

basiert heute massgeblich auf der Zuwanderung von (ausgebildetem) Gesundheitsper-

sonal aus anderen Ländern. Vor dem Hintergrund der Annahme der Masseneinwande-

rungsinitiative ist diese Möglichkeit ab 2017 grundsätzlich in Frage gestellt. Wir bedau-

ern, dass die beiden Geschäfte (Zulassungsstopp und Masseneinwanderungsinitiative)

nicht in Verbindung gebracht werden.

Unter- statt Überversorgung droht

Aus Sicht des VSAO ist die entscheidende Frage, ob unser Gesundheitssystem noch

aufrecht erhalten werden kann nach der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitia-

tive. Per 2016 soll eine Zulassungssteuerung eingeführt werden und 2017 werden allen-

falls Kontingente jegliche Zulassungssteuerung bereits wieder erübrigen. Unseres Er-

achtens sollte der Schwerpunkt der behördlichen Massnahmen deshalb eindeutig auf

die Sicherstellung der medizinischen Versorgung liegen und nicht auf einem Berufsaus-

übungsverbot für Fachpersonal im Gesundheitswesen. Das zentrale Problem des Ge-

sundheitswesens in absehbarer Zeit wird die Unter- und nicht die Überversorgung sein!

Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium OBSAN ortet im Jahr 2030 eine Ver-

sorgungslücke von bis zu 30 Prozent der prognostizierten Konsultationen im Bereich

Grundversorgung und 15-30 Prozent im Bereich der SpezialistInnen. Da die geplante

Zulassungssteuerung unabhängig deren Anwendung eine abschreckende Wirkung hat

auf potenziellen Nachwuchs, wird sich der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

weiter verschärfen. (...)

Zu viele oder zu wenige ÄrztInnen?

Wir weisen darauf hin, dass ein Widerspruch zwischen den Massnahmen zur Erhöhung

der Anzahl Studienplätze in Humanmedizin (zu wenig ÄrztInnen?) und dem Zulassungs-

stopp (zu viele ÄrztInnen?) besteht. Die Diskussion um den Zulassungsstopp impliziert,

dass zu viele ÄrztInnen in die freie Praxis möchten. Gleichzeitig klagen die Spitäler,

dass ärztliche Stellen nicht, nur mit Verzögerung oder mit nicht adäquat qualifiziertem

Personal besetzt werden können. Dieses Ungleichgewicht kann auch mit Anreizen an-

gegangen werden. Dass viele ÄrztInnen in die freie Praxis möchten, hängt wesentlich

mit den unattraktiven Arbeitsbedingungen im Spital zusammen (fehlende Teilzeitstellen,

Entlöhnung, unregelmässige Arbeitszeiten). Durch eine höhere Attraktivität des Spital-

arztberufs könnten entsprechende Ungleichgewichte behoben werden. (...)

Zum vorliegenden Vorschlag der Zulassungssteuerung des ambulanten Bereichs