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Vernehmlassung 2004/8: Revision der Krankenversicherung: Gesetzgebungspaket 1 · 98 Seiten

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4.2 Auswirkungen auf die Krankenversicherung Auf Grund verwaltungsinternerSchätzungenwird das Prämienvolumenmit der

Verdoppelung des Selbstbehalts um etwa 3 Prozent reduziert. Diese Schätzungen

beruhen auf der Annahme, dass der maximalejährliche Selbstbehaltvon 700

Franken sowie die Grundfranchise von 300 Franken für Erwachsene beibehalten werden und die Kinder weiterhin keine ordentliche Franchise bezahlen. Die

obligatorische Krankenversicherung würde damit um rund 500 Millionen Franken entlastet (vgl. nachstehende Aufstellung).

Auswirkungen der Erhöhung des SeLbstbehaltsvon 10c70auf 20% Mehrkosten bei der Kostenbeteiligung in Prozent der absolut in zulastender Versicherten Gesamtkosten Mio Franken Erwachsene(maximalerSelbstbehalt700Franken) 2.9%419

Kinder (maximaler Selbstbehalt 350 Franken) 6.8%74

Zusammen493

Die Erhöhung des Selbstbehaltsvon 10 auf 20 Prozent hat zur Folge, dass die erkrankten Versicherten im Rahmen der Kostenbeteiligung stärker belastet werden und die Versicherer und damit die Gesamtheitder Versicherten entsprechendentlastet werden. Diese Entlastung hängt von der gewählten Franchise ab. Die Kosten zulasten der Versicherer werden für die Versicherung mit der Grundfranchise von 300 Franken um 3.3 Prozent gemindert, für die Versicherung mit höheren Franchisen sinkt dieser Satz und beträgtfür die Wahlfranchise von 1500 Franken noch 2.6 Prozerrt. Berücksichtigt man die Verteilung der Versicherten auf die verschiedenen Franchisestufen, ergibt sich eine Entlastung für die Versicherer von insgesamt 419 Millionen Franken oder 2.9 Prozent für die Erwachsenen. Dieselbe Überlegung führt bei den Kindern zu einer Entlastung von 74 Millionen Franken oder 6.8 Prozent. Die Erhöhung des Selbstbehaltesbelastetdie Kinder verhältnismässigstärker, insbesondere weil sie keine ordentliche Franchise bezahlen und nur etwa 11 Prozent der Kinder eine Franchise gewählt haben. Sie werden durch diese Erhöhung mehr als doppelt so stark wie die Erwachsenen belastet.

4.3 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Die Erhöhungdes Selbstbehaltsvon 10 auf 20 Prozentist einerseitsein

Lenkungsinstrument, andererseits ein Finanzierungsinstrument. Mit einem hohen Selbstbehalt sollen die Versicherten veranlasst werden, medizinische Leistungen bewusst zu konsumieren,das heisst von der InanspruchnahmeüberflüssigerLeistungen abzusehen. Zwar ist allgemeinanerkannt, dass mit einem Anstieg der Selbstbehalte eine geringere Inanspruchnahmevon Leistungen verbunden ist. Als Begründung für diesen Effekt kommen jedoch neben einer bewussten Verhaltensänderung der Versicherten auch andere durch das Versicherungssystem bedingte Ursachen in

Frage (S. Felder, A. Werblow, a.a.O., Seite 3). Greift das Instrumentjedoch, führt