Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2006/1: Vernehmlassung über die Abgabe der Bundesbeteiligung am Unternehmen Swisscom AG · 64 Seiten

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Marktentwicklung in der Schweiz

Der Schweizer Markt für Festnetztelefonie hat sich in den vergangenen Jahren sowohl bezüglich angebotener Minuten als auch erzielter Umsätze leicht rückläufig entwickelt. Tiefere Preise führten zwar zu einem Mehrkonsum, doch haben Substitutionswirkungen diesen Effekt überkompensiert: Seit Jahren ist ein Wechsel von Festnetzdiensten zu mobilen Diensten festzustellen. Ebenso weichen immer mehr Konsumenten auf die IP-Telefonie aus. Schliesslich erfolgt der Internetzugang nicht mehr über ein Modem im Einwählverfahren (dial-up), sondern zunehmend durch einen Breitbandanschluss (z.B. ADSL). Dadurch steigen aber im Gegenzug die nutzungsunabhängigen Einnahmen aus Anschlussgebühren. Mit einem Marktanteil von ca. 60% im Bereich Festnetzverkehr sowie ca. 38% bei Breitband-Anschlüssen13für das Jahr 2004 hat Swisscom nach wie vor eine starke Marktposition. International gesehen nimmt die Schweiz mit 1.3 Millionen Breitbandanschlüssen und einer Penetration von rund 34% aller Haushalte einen Platz in der Spitzengruppe ein (Zahlen für Ende 2004)14.

Eine durch das BAKOM in Auftrag gegebene Studie15 belegt, dass eine Mehrheit der Schweizer Privatkunden (noch) nicht bereit ist, den Festnetzanschluss gegen eine rein mobile Kommunikation einzutauschen; der Hauptgrund liegt in der immer noch beträchtlichen Preisdifferenz zwischen festnetzgebundenen und mobilen Dienstleistungen. Zudem erhöhen Innovationen den Anreiz, weiterhin in das Festnetz zu investieren. Nach eigenen Angaben in den Medien will Swisscom nächstes Jahr 600 – 700 Millionen in den Ausbau des Festnetzes auf die VDSL-Technologie16 investieren. Dies beweist die immer noch bestehende Attraktivität des Festnetzmarktes. Trotzdem geht Swisscom für die Zukunft von kontinuierlich sinkenden Umsätzen aus (vgl. Ziffer 1.6).

Der Schweizer Mobilfunkmarkt ist mit einer Penetration von 87% der Schweizer Bevölkerung (im Jahr 2004) gut entwickelt17; es ist daher mit einer gewissen Marktsättigung zu rechnen. Vier Anbieter betreiben eigene Netze (Swisscom, Sunrise und Orange jeweils flächendeckend; Tele2 mit einzelnen Stadtnetzen). Zudem sind vier Wiederverkäufer auf dem Markt tätig (Cablecom, Migros, Coop, Yallo/Sunrise). Per Ende 2004 (noch ohne Tele 2) verzeichneten die Mobilfunk-Betreiber folgende Marktanteile: Swisscom (63% der Marktteilnehmer), Sunrise (19%), Orange (18%). Die Umsätze in der Sprachtelefonie dürften aufgrund weiterer Preissenkungen zurückgehen. Insbesondere werden die im internationalen Vergleich

13 Der Marktanteil von 60% im Festnetzmarkt bezieht sich auf Telefonie- und analoge Datenübertragungsdienstleistungen. Im Breitbandmarkt stellt Swisscom 63% der Breitbandleitungen zur Verfügung (die restlichen 37% werden durch Kabelanbieter gestellt); einen Teil dieser Leitungen vermietet Swisscom jedoch anderen Anbieterinnen, so dass der Marktanteil von direkt dem Kunden verkauften Breitbanddienstleistungen bei 38% liegt.

14 Quelle: Informa Telecom Markets, Broadband Subscriber Database, Dezember 2005, Seite 10. Für Ende Juni 2005 wird geschätzt, dass ein Breitbandanschluss in rund 48 % aller Schweizer Haushalte vorhanden ist.

15 Vgl. http://www.bakom.ch/imperia/md/content/english/telecomdienste/marketanalysis/nutzun g_festnetzdienste_de.pdf

16 VDSL: Very High Speed Digital Subscriber Line, die schnellste aller DSL- Technologien.

17 Vgl. http://www.bakom.ch/imperia/md/content/deutsch/telecomdienste/marktanalysen/2004_ 10threport_de.pdf, Seite 6