Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2006/1: Vernehmlassung über die Abgabe der Bundesbeteiligung am Unternehmen Swisscom AG · 64 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 15Fedlex · Erläuternder Bericht
Grunde lag, kommt die Europäische Kommission zum Schluss, dass weder für den Mobilfunk noch für den Breitbandzugang die Aufnahmekriterien erfüllt sind21.
Ein wesentlicher Unterschied zur schweizerischen Grundversorgungsregelung findet sich in der Überprüfung der Nettokosten: In der EU muss der Regulator beurteilen, ob die geltend gemachten Nettokosten für den Erbringer eine untragbare Belastung darstellen. Nur im Falle einer untragbaren Belastung besteht ein Anrecht auf Abgeltung der Nettokosten. In der Schweiz ist dieser Ermessensspielraum nicht vorgesehen. Zudem kann in der EU die Finanzierung des entsprechenden Fonds wahlweise über die Belastung aller Anbieter oder über direkte Staatsbeiträge erfolgen. Das FMG hingegen sieht nur einen Fonds vor, der durch die Fernmeldedienstanbieterinnen alimentiert werden muss.
1.6 Unternehmen Swisscom
Mit einem Umsatz von ca. 10 Milliarden in 2004, einem Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4.4 Milliarden und 15 477 Vollzeitstellen ist die Swisscom-Gruppe die führende Telekommunikationsanbieterin in der Schweiz. Swisscom ist landesweit präsent mit allen Dienstleistungen und Produkten für die mobile, die netzgebundene und die IP-basierte Sprach- und Datenkommunikation. Auf der Basis der bis Ende 2007 laufenden Konzession stellt sie mit der Gruppengesellschaft Fixnet die flächendeckende Grundversorgung der Bevölkerung mit zuverlässigen Fernmeldediensten sicher.
Im Festnetzbereich positioniert sich Swisscom mit ihrer Gesellschaft Fixnet strategisch als Breitbandanschlussanbieterin mit einem Triple-Play Angebot, d.h. Telefonie-, Breitband- und TV-Diensten. Per 3. Quartal 2005 hat Swisscom Fixnet innert eines Jahres die Zahl der ADSL-Anschlüsse von 720 000 auf 1 010 000 gesteigert. Ende Juni 2005 verzeichnete Swisscom Fixnet ausserdem 3 Millionen analoge und 924 000 ISDN-Anschlüsse. Mit Bluewin verfügt Swisscom zudem über das grösste schweizerische Online-Portal für Privatkunden.
Das Mobilfunkgeschäft wird durch die Gruppengesellschaft Swisscom Mobile betrieben. Vodafone Plc ist mit 25 Prozent am Aktienkapital von Swisscom Mobile beteiligt. Das GSM-Mobilfunknetz von Swisscom Mobile deckt 99% des besiedelten Gebietes der Schweiz ab und bedient über 4 Millionen Kunden. Seit November 2004 führt Swisscom Mobile als erste Schweizer Mobilnetzbetreiberin UMTS-Handys im Angebot. Das UMTS-Netz steht bereits 90 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz zur Verfügung. Public Wireless-LAN (WLAN) kann an rund 1000 Hotspots von Swisscom Mobile in der Schweiz genutzt werden.
Unternehmensstrategie von Swisscom
Neben diesen Kerngeschäften versucht Swisscom in angrenzenden Geschäftsfeldern v.a. in den Bereichen Informatik, Fakturierung (Billing), Cards Services und Rundfunkübertragung (Broadcasting) zu wachsen. Der absolute finanzielle Beitrag dieser Geschäftsfelder ist heute relativ gering und kann den absehbaren Rückgang der Umsätze im Kerngeschäft nicht voll kompensieren. Swisscom geht daher für
21 Das vollständige Dokument findet sich unter folgendem link: http://europa.eu.int/information_society/policy/ecomm/doc/info_centre/documentation/co mmiss_serv_doc/sec_2005_660_staff_working_document.pdf