Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2006/1: Vernehmlassung über die Abgabe der Bundesbeteiligung am Unternehmen Swisscom AG · 64 Seiten
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ihre strategischen Überlegungen davon aus, dass Umsatz und EBITDA aus dem schweizerischen Geschäft kontinuierlich sinken werden und dass das Unternehmen nur wachsen kann, wenn entweder das Geschäft in der Schweiz diversifiziert wird, oder aber grössere Investitionen im Ausland getätigt werden. Ein passives Verhalten wird von Swisscom als gefährlich beurteilt, da es zu einer nachhaltig defensiven/verwaltenden Unternehmenskultur führen dürfte, was die längerfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in der Schweiz gefährden kann. Swisscom ist daher überzeugt, dass Auslandsinvestitionen – mit Augenmass ausgewählt und mit vertretbarem Risiko - nicht nur finanziell sinnvoll, sondern für eine dynamische Weiterentwicklung von Swisscom unabdingbar sind. Dazu gehören auch kleine Investitionen in zukunftsträchtige Technologien und Geschäftsmodelle.
Grössere Unternehmenskäufe und –verkäufe
Die Akquisitions-Tätigkeit von Swisscom in den vergangenen Jahren lässt sich grob in 2 Phasen einteilen.
1995 bis 2001: Phase der geographischen Expansion
x 1995-1998: Investitionen in sich entwickelnde Telekommunikationsmärkte (z.B. Akquisition DiGi, Malaysia)
x 1998-1999: Ausdehnung auf benachbarte Wirtschaftsräume (z.B. Akquisition Tesion, Deutschland)
x 1999-2001: Weiterentwicklung eines Geschäftsmodells für Mobilfunkdienste ohne eigenes Netz mit der Option, später Infrastruktur dazuzukaufen (Akquisition debitel)
2001 bis heute: Bereinigung des Portfolios und Fokussierung auf den Heimmarkt – aktive Prüfung von Beteiligungsmöglichkeiten im Ausland
x Verkauf von debitel und aktive Prüfung der Akquisition nachhaltiger Telekommunikationsanbieter mit Fokus auf ehemalige staatliche (Monopol-)Anbieter (u.a. Projekte Telekom Austria in 2004 sowie Cesky Telecom und Eircom in 2005).
Unter Verwendung strenger Akquisitionskriterien hat Swisscom seit 2001 mehrere hundert Opportunitäten analysiert und beurteilt. Mit Ausnahme der Akquisition von Antenna Hungaria, dem grössten Anbieter von Rundfunkübertragungsdienstleistungen in Ungarn im Jahr 2005, wurden jedoch keine grösseren Auslandsengagements eingegangen - in der grossen Mehrzahl der Fälle, weil die Akquisitionskriterien von Swisscom nicht erfüllt waren. Im Falle des Übernahmeversuches von Cesky Telecom im Frühjahr 2005 wurde Swisscom im Rahmen eines Auktionsprozesses von der spanischen Telefonica überboten. Im Falle der Verhandlungen mit Eircom im Herbst 2005 hat sich der Bund als Mehrheitsaktionär von Swisscom gegen eine mögliche Akquisition ausgesprochen, worauf der Verwaltungsrat seine Bemühungen um die Übernahme einstellte.
Wertentwicklung der Swisscom-Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt
Der Aktienkurs von Swisscom lag per Ende Dezember 2005 bei 417,50 Franken, was einer Börsenkapitalisierung von rund 23,5 Milliarden entspricht. Seit dem Börsengang im Oktober 1998 mit einem Ausgabekurs von 340 Franken pro Aktie