Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2006/92: Verordnung über die Steuerleichterungen zugunsten von Unternehmen in den wirtschaftlichen Erneuerungsgebieten und Verordnung über die Festlegung der wirtschaftlichen Erneuerungsgebiete · 18 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 9Fedlex · Erläuternder Bericht

Economic Research

1.3 Strukturschwäche: Analyse der Regionalentwicklung auf MS-Ebene

Analyse der Regionalent- Ziel des Förderinstrumentes ist die Unterstützung des Strukturwandels und der wirtschaftlichen wicklung Entwicklung strukturschwacher Regionen. Für die Identifikation von MS-Regionen mit entsprechenden Defiziten wurde die regionale Entwicklung anhand eines umfassenden Indikatorensets analysiert. Um eine möglichst umfassende und realistische Beschreibung der Regionalentwicklung zu erhalten, wurden die Indikatoren so ausgewählt, dass alle für die Regionalentwicklung relevanten Aspekte abgedeckt werden. Regionalentwicklung kann das zeitgleiche Auftreten positiver und negativer Entwicklungen in verschiedenen Bereichen bedeuten. So ist das Wachstum von Wirtschaftszentren häufig mit einer negativen Bevölkerungsentwicklung und höherer Arbeitslosigkeit verbunden. Um solchen gegenläufigen Tendenzen Rechnung zu tragen und eine einseitige Betrachtung der MS-Regionen zu vermeiden, wurde eine breite Auswahl von Indikatoren zu den Bereichen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sowie Arbeitslosigkeit und Einkommenssituation berechnet. Die Variablen für die Berechnung der einzelnen Indikatoren wurden so ausgewählt, dass die relevanten Aspekte mit einer möglichst kleinen Auswahl von Teilindikatoren möglichst treffend abgebildet werden konnten (Abbildung 4).

Abbildung 4

Indikator zur Regionalentwicklung

Indikatoren Variablen Gewichtung Zeitraum

Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung 0.10 1995 –2005

Entwicklung des Alterslastquotienten 0.05 1990 –2000

Migrationsquote 0.10 1995 –2005

Wirtschaftsentwicklung Beschäftigtenentwicklung 0.20 1995 –2005

Wertschöpfung pro Beschäftigten 0.102004

Rate der Unternehmensgründungen 0.10 1999 –2004 Einkommenssituation Reineinkommen pro Kopf der Bevölkerung 0.102003

Entwicklung des Reineinkommens 0.10 1997/98 –2003 Arbeitslosigkeit Arbeitslosenquote 0.05 2001 –20051 Entwicklung der Arbeitslosenquote 0.10 1995/20001– 2000/20051

1Jährlicher Durchschnitt über den Zeitraum

Quelle: Credit Suisse Economic Research

Synthese der Indikatoren Aus den berechneten Indikatoren ergibt sich bereits eine differenzierte Charakterisierung der Regionen nach ihrer Situation und Entwicklung in den wesentlichen Bereichen. Für die Bewertung der Position und Entwicklung der Regionen im nationalen Vergleich ist es jedoch notwendig, die Aussage so zu fokussieren, dass eine Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen in Relation zur Gesamtentwicklung der Schweiz möglich wird. Hierbei ist es sinnvoll, die einzelnen Aspekte zu Wirtschaft und Bevölkerung gegeneinander aufzurechnen, um eine Gesamttendenz der Entwicklung zu ermitteln. Daher wurden die Variablen der standardisierten Teilindikatoren zu Einkommenssituation, Arbeitslosigkeit sowie Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung gewichtet und zu einem Gesamtindikator der Regionalentwicklung aggregiert. Anhand der Verteilung dieser Indikatorwerte lassen sich Regionen identifizieren, welche in der Summe ihrer Entwicklung von Wirtschaft und Bevölkerung sowie ihrer Einkommens- und Arbeitsmarktsituation unter dem Schweizer Durchschnitt liegen und damit eine Strukturschwäche aufweisen. Aus der Verteilung der Regionen nach ihrem Indikatorwert entsteht ein Ranking der MS-Regionen nach ihrer Regionalentwicklung bzw. vom unteren Ende der Verteilung aus gesehen ein Ranking zur regionalen Strukturschwäche. Hierbei tragen Aspekte des Status quo und der Entwicklung in unterschiedlichem Ausmass zur Position der einzelnen Regionen in der Rangfolge bei. Als Zusatzinformation werden daher zwei weitere Indikatoren berechnet, die darüber Auskunft geben, inwieweit das Ergebnis einer Region vor allem auf ihre Entwicklung oder die erreichte Position zurückzuführen ist (Abbildung 8). Insgesamt erwies sich die angewandte Methode als sehr robust gegenüber Veränderungen von Indikatoren und Gewichtungen. Die Positionen der MS-Regionen im Ranking zeigten sich unter Variation der Parameter stabil und wiesen lediglich geringe Rangverschiebungen auf.