Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/113: Totalrevision Bundesgesetz vom 17. März 1972 über die Förderung von Turnen und Sport. Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport · 40 Seiten
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Die zunehmende Bedeutung des Sports hat den Bundesrat im Jahre 1998 dazu veranlasst, der ehemaligen Eidgenössischen Sportschule Magglingen formell den Status eines Bundesamtes zuzuerkennen.
2.1.2 Gesundheit
Die positiven Effekte regelmässiger Sport- und Bewegungsaktivitäten auf die Gesundheit sind mehrfach belegt Für die Schweiz ist von folgenden Feststellungen auszugehen: 60% der Bevölkerung sind körperlich ungenügend aktiv Bei Kindern und Jugendlichen werden zunehmend Bewegungsmangel, motorische Defizite und eine verminderte Leistungsfähigkeit festgestellt. Die direkten Behandlungskosten, die auf Bewegungsmangel bei Erwachsenen zurückzuführen sind, belaufen sich auf rund 2.4 Mia. Franken jährlich (vgl. z.B. Moses S. et al., Das Bewegungsverhalten von Primarschulkindern in der Schweiz, in: Schweizerische Zeitschrift für «Sportmedizin und Sporttraumatologie» 55 (2), 62–68, 2007; Lamprecht M. et al., Sport Schweiz 2008: Das Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung. Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO).
Ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung ist heute übergewichtig. Bei den Kindern lässt sich feststellen, dass jedes fünfte Kind zwischen 6 und 12 Jahren übergewichtig und jedes 25. Kind fettleibig ist (Zahlen gemäss Bericht des BAG aus dem Jahr 2007 zum Nationalen Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012). Die Zahl der übergewichtigen Kinder hat sich in den letzten 20 Jahren verdreifacht, jene der fettleibigen Kinder sogar verfünffacht. Die Tendenz ist alarmierend und weiterhin steigend.
Die Folgen des Bewegungsmangels, der motorischen Defizite und des Übergewichts sind: vermindertes Leistungsvermögen, erhöhte Unfallgefahren und zivilisationsbedingte Krankheitssymptome bereits im Jugendalter. Dies führt mittelfristig zu höheren Gesundheitskosten, zu steigenden Sozialversicherungskosten und zu einer generell höheren finanziellen Belastung der Gesellschaft. In den industrialisierten Ländern ist Bewegungsmangel als gesundheitsschädigender Faktor heute von ähnlich grosser Bedeutung wie unausgewogene Ernährung und Rauchen. Im Kampf gegen koronare Herzkrankheiten, der häufigsten Todesursache, stellen genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung die wichtigsten veränderbaren Risikofaktor dar. Aus diesem Grunde arbeitet das BASPO mit dem Bundesamt für Gesundheit zusammen.
Neue Forschungsergebnisse belegen eindrücklich, dass regelmässige körperliche Aktivität sich positiv auf die psychische Befindlichkeit und die Denkleistung auswirkt. Aktive Menschen fühlen sich körperlich und psychisch besser in Form, beanspruchen weniger ärztliche Leistungen und benötigen seltener oder kürzere Spitalaufenthalte. Entsprechend weisen sie weniger Absenzen bei der Arbeit auf.
2.1.3 Bildung
Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Auf Sport und Bewegung bezogen sind in der Gegenwart folgende Tendenzen erkennbar: