Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/113: Totalrevision Bundesgesetz vom 17. März 1972 über die Förderung von Turnen und Sport. Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport · 40 Seiten
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Potential des Sports wurde in den letzten Jahren auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit erkannt, indem Sport vermehrt als Mittel zur Erreichung von Entwicklungszielen in Projekten und Programmen eingesetzt wird.
2.1.5 Spitzensport
Spitzensport ist ein wichtiger Motor der Sportentwicklung. Er ist Motivator für den Breitensport, internationale Präsentationsplattform nationaler Leistungsfähigkeit, nationaler Identitätsstifter und ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Spitzensport ist Wettkampf und Streben nach Höchstleistungen. Im Vordergrund stehen internationale Leistungsvergleiche in weltweit verbreiteten und olympisch anerkannten Sportarten.
Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg im Spitzensport ist eine gezielte Nachwuchsförderung. Ziel ist es dabei, Athletinnen und Athleten an den internationalen Spitzensport heran- und zum Erfolg zu führen. Dies verlangt eine koordinierte Zusammenarbeit der verschiedensten Partner aus dem öffentlich- und dem privatrechtlichen Bereich. Es liegt im öffentlichen Interesse, diese Entwicklung zu steuern. So lässt sich erreichen, dass auf dem Weg zum Spitzensport grundlegende ethische Prinzipien beachtet werden.
Die mit der Nachwuchsförderung einhergehende Sporterziehung wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen aus. Darin liegt ein wichtiger gesellschaftlicher Nutzen. Wer sportliche Spitzenleistungen anstrebt, muss leistungsbereit sein und aus den Wettkampferfahrungen lernen. Eine Sportlerin oder ein Sportler lernt insbesondere auch, mit Niederlagen umzugehen. Erfahrungen, die - unabhängig vom sportlichen Erfolg - im späteren Leben von grossem Wert sind.
2.1.6 Wirtschaft
Die Bedeutung des Sports als Wirtschaftsfaktor ist heute anerkannt. In der Schweiz erwirtschaftet der Sport jährlich eine Bruttowertschöpfung von knapp acht Milliarden Franken und beschäftigt, gemessen in Vollzeitäquivalenten, rund 80'000 Personen (Rütter+Partner 2007). Dies entspricht einem Anteil von rund 1,8% am Bruttoinlandprodukt (BIP). In einer ähnlichen Grössenordnung ist der BIP-Anteil bei der Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie (2%) oder im Bereich der Land- und Forstwirtschaft (1,2%).
Die positiven volkswirtschaftlichen Effekte von sportlichen Grossanlässen sind ebenso bekannt wie die negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Bewegungsmangels. Im Sport und dessen Umfeld werden zudem zahlreiche Leistungen erbracht, die nur schwer in Geldwerten quantifizierbar sind, da sie unter anderem auf ehrenamtlicher Arbeit beruhen. Ehrenamtliches Engagement hat im schweizerischen Sport eine lange Tradition und ist insoweit eine wichtige Säule des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Es liegt im Interesse des Sports, dieses Engagement auch in Zukunft zu fördern und zu stärken. Ein funktionierendes Milizprinzip entlastet letztlich den Staat und dessen Ressourcen.
2.1.7 Ethik
Vom Sport gehen vielfältige positive Effekte aus. Sport hat einen gesellschaftlichen Nutzen. Er ist jedoch auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der Verhaltensweisen zu beobachten sind, die sich mit allgemein akzeptierten Regeln nicht vereinbaren