Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/113: Totalrevision Bundesgesetz vom 17. März 1972 über die Förderung von Turnen und Sport. Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport · 40 Seiten

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• Im Alltag ist ein signifikanter Rückgang der spontanen und natürlichen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten feststellbar. Dadurch können wertvolle physische und soziale Erfahrungen nicht mehr gemacht werden.

• Sport hat sich in seiner Vielfalt zu einer wichtigen gesellschaftlichen Referenzgrösse entwickelt, deren Bedeutung im Bildungsprozess zum Ausdruck kommen soll.

• Sport hat eine Bildungskomponente und ist mehr als nur Vergnügen, Erholung, Spiel oder Entspannung. Bildung im Sport ist Teil der Allgemeinbildung.

Sport und Bewegung leisten in diesem Sinne wesentliche Beiträge an die physische, psychische, kognitive und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sport unterstützt die Entwicklung der Persönlichkeit und fördert die Ausbildung sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sport vermittelt Werte wie Respekt, Toleranz und Fairness. Er ist daher unverzichtbares Element eines ganzheitlichen Erziehungs- und Bildungsprozesses. Wesentlich für den Bildungswert des Sports sind zudem die sozialen Erfahrungen, die im Kontext mit Sport und Bewegung gemacht werden.

Bildungsangebote im Sport basieren auf einem integralen Ansatz. Angehende Trainer, Sportlehrer und Leiter werden sporttechnisch und -taktisch geschult. Module zu Werten und Chancen des Sports und zur Prävention negativer Begleiterscheinungen wie Doping, Gewalt oder sexuelle Übergriffe ergänzen die Ausbildung. Unterrichtende im Sport leben und vermitteln die Werte des Sports und tragen dazu bei, sie im gesellschaftlichen Alltag zu verankern.

2.1.4 Soziale Kohäsion

Sport veranschaulicht und vermittelt Werte wie Leistungsorientierung, Kooperationsbereitschaft und Fairplay. Sport ermöglicht wichtige Erfahrungen für die Gemeinschaft und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Beispiele dafür sind Zusammenarbeit und Vertrauen, Verantwortung und Rücksichtnahme gegenüber anderen.

Mit den zahlreichen Vereinen und Verbänden integriert der Sport mehr Menschen als jede andere Freiwilligenorganisation. Heute sind in der Schweiz 2 Millionen Menschen in 22'500 Sportvereinen sportlich aktiv. Rund 350'000 Personen arbeiten ehrenamtlich im sportlichen Vereinsumfeld. Diese unentgeltlich erbrachten Arbeitsleistungen entsprechen einem Gegenwert von 1,5 bis 2 Milliarden Franken pro Jahr (Wirtschaftspolitische Bedeutung des Sports in der Schweiz, Rütter+Partner, Sozioökonomische Forschung und Beratung, Hrsg. Bundesamt für Sport BASPO, Oktober 2007; nachfolgend Rütter+Partner 2007). Auf der Grundlage des Milizprinzips leisten die Sportvereine so einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen.

Das Potenzial von Sport und Bewegung für die gesellschaftliche Entwicklung wird in jüngster Zeit zunehmend erkannt und genutzt. Sport ist ein wichtiger gesellschaftlicher Bereich, in welchem Integrationsprozesse stattfinden und gefördert werden. Sport spricht eine eigene Sprache, ermöglicht unmittelbare Begegnungen und überwindet sprachliche, ethnische und kulturelle Differenzen. Als neutrale und populäre Plattform erreicht der Sport einen grossen Teil der Menschheit. Er bringt Menschen verschiedener Kulturen zusammen und regt den interkulturellen Dialog an. Dieses