Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/95: Zweite Revision der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) · 43 Seiten
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stellen Restbestände PFOS-haltiger Schaumkonzentrate der Feuerwehren heute entweder eine kleine oder eine grosse Emissionsquelle dar.
PFOS-Lager und -Emissionen mit Löschschäumen in der Schweiz
PFOS-haltige Schaumkonzentrate befinden sich nicht nur bei Feuerwehren. Als Bestandteil von stationären Löschanlagen findet man sie auch in Tanklagern für flüssige Brenn- und Treibstoffe, z.B. in den Rheinhäfen, sowie in Lagern mit brennbaren Flüssigkeiten der chemischen Industrie. In Zusammenarbeit mit der Branche angestellte Schätzungen ergeben, dass in der Schweiz rund 2400 t AFFF-Schaumkonzentrate lagern. Der Anteil mit PFOS im Jahr 2005 wird bei den Feuerwehren mit 50 % und in stationären Löschanlagen mit 80 % angenommen. Für die Abschätzung des PFOS-Inhalts kann wie in UK ein PFOS-Gehalt von 1 % im Schaumkonzentrat angenommen werden.
Tabelle: Gelagerte AFFF-Schaumkonzentrate* in der Schweiz und ihr PFOS-Inhalt für das Jahr 2005
Standort Anzahl Gelagerte Gelagerte AFFF Gelagerte
Standorte Menge AFFF Menge AFFF mit Menge PFOS pro Standort PFOS
Tanklager Brenn- und Treibstoffe 30 5-40 t 400 t 80 % ≈ 3 t Armee (mobile Reserven) … … 300 t 65 % ≈ 2 t Tanklager der Alcosuisse 2 16 – 25 t 41 t 100 % ≈ 0.5 t Industriebetriebe mit Löschanlagen 200 3-5 t 600-1000 t 80 % 5-8 t Stützpunkt-Feuerwehren 200 4 t 800 t 50 % 4 t Handfeuerlöscher 300’000 0.00023 t 68 t 100 % ≈ 0.5 t * Wasserfilmbildende Schaummittel (Aqueous Film Forming Foams)
Die Verwendungsrate der Schaumkonzentrate in Tanklagern und Industrieanlagen ist tief. Schätzungen aus UK deuten darauf hin, dass viele Schaumkonzentrate innerhalb ihrer Haltbarkeitsdauer von 15 Jahren nicht zum Einsatz gelangen27. Nimmt man die Rate, bei der Schaumkonzentrate bei grösseren Ereignissen zum Einsatz kommen, mit 0.0015 pro Standort und Jahr an, errechnen sich für die rund 230 Standorte innerhalb von 15 Jahren rund 5 Ereignisse, bei denen Feuerlöschschäume eingesetzt werden. Bei grossen Anlagen werden im Ernstfall beim Einsatz PFOS-haltiger Schäume bis 400 kg PFOS, bei anderen Anlagen um 50 kg PFOS freigesetzt. Demgegenüber ist die Verwendungsrate von AFFF-Schaumkonzentraten bei den Feuerwehren grösser. Verwendet man die auf das Lager bezogene Rate aus UK von 15 % resultiert in der Schweiz ein jährlicher Verbrauch von 120 t; im Jahr 2005 waren darin im Durchschnitt 600 kg PFOS enthalten.
Auswirkungen des Verwendungsverbots für Feuerlöschschäume
Die am 12. Dezember 2006 in Kraft getretene Richtlinie 2006/122/EG legt fest, dass Feuerlöschschäume, die vor dem 27. Dezember 2006 in Verkehr gebracht wurden, noch 54 Monate, d.h. bis zum 27. Juni 2011 verwendet werden dürfen. Gemäss Entwurf zu Anhang 1.16 ChemRRV sollen die Verbote des Inverkehrbringens und Verwendens PFOS-haltiger Stoffe und Zubereitungen am 1. Dezember 2009 in Kraft treten. Für Feu-
27 In UK zählte man zwischen 1991 und 2002 in Anlagen der Industrie 27 mit Feuer oder Explosionen verbundene Unfälle, die zu einem Betriebsunterbruch von mehr als 24 Stunden führten. Die Ereignisrate beträgt 0.025 pro Standort und Jahr. Für grössere Feuer beträgt die Rate 0.0015 pro Standort und Jahr.