Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/95: Zweite Revision der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) · 43 Seiten

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Dezember 2009 verboten. Diesen Bestimmungen liegen die nachfolgenden Überlegungen zugrunde.

Verbleibende PFOS-Emissionen

Das Ziel von Anhang 1.16 ist es, Umwelteinträge von PFOS, das PBT-Eigenschaften aufweist, mittel- und langfristig vollständig zu vermeiden. Die Verwendung von PFOS soll schrittweise eingestellt werden, sobald alternative Stoffe oder Prozesse verfügbar sind, die wirtschaftlich vertretbar sind. Kontakte mit der Industrie haben gezeigt, dass die in der EG-Richtlinie festgelegten Ausnahmen für PFOS für galvanische und fotolithografische Prozesse sowie für fotografische Beschichtungen in der Schweiz mangels Alternativen ebenfalls beansprucht werden.

Der PFOS-Verbrauch in der EU im Jahre 2000 wird mit rund 500 t/a angegeben. Die Anwendungen waren mit Emissionen von ca. 170 t/a verbunden. Der freiwillige Ausstieg aus der PFOS-Produktion des global wichtigsten Herstellers im Jahre 2001 führte zu einer markanten Reduktion des PFOS-Verbrauchs. Im Jahr 2004 sollen Verbrauch und Emissionen in der EU noch ca. 11 t betragen haben (SCHER 200525).

Tabelle: PFOS-Emissionen in der EU im Jahr 2004 (SCHER 2005)

Quelle Kompartiment Emissionen Galvanische Prozesse (Hartverchromung, …) Abwasser 9000 kg

Fotografische Industrie Abwasser 8 kg

Fotolithografische Prozesse (Halbleiterindustrie) Abwasser 226 kg

Hydraulikflüssigkeiten (Luftfahrt) Abwasser 4 kg

Böden 9 kg

Feuerlöschschäume (Anwendung von Restbeständen Oberflächenwasser 257 kg

durch Feuerwehren) Böden 257 kg

Nach neuen Informationen der ESIA (European Semiconductor Industry Association) betragen die Emissionen aus den Produktionsstätten für Halbleiter heute noch 43 kg/a. Bei den Emissionen der galvanischen Industrie wurde davon ausgegangen, dass alles PFOS, dass in Antischleiermitteln enthalten ist, in die Umwelt gelangt. Hier gehen Schätzungen der Industrie von Emissionen von lediglich 500 kg aus (Wirkungsgrad der Rückhaltemassnahmen: ca. 95 %). Weiter basieren die Schätzungen zu den Emissionen von PFOS mit Feuerlöschschäumen auf einem Bestand PFOS-haltiger Schaumkonzentrate bei den Feuerwehren von 380'000 l, einem PFOS-Gehalt dieser Konzentrate von 1 % und einer Verwendungsrate von 15 %. Eine Umfrage der britischen Umweltbehörde bei den Feuerwehren hat ergeben, dass die Verwendungsrate für PFOS-haltige Schäume wesentlich tiefer, nämlich bei 0.5 % liegen soll26. Mit dieser Rate würden Emissionen von weniger als 20 kg resultieren.

Es zeigt sich, dass die PFOS-Emissionen schwierig zu beziffern sind. Die wichtigste Emissionsquelle ist die galvanische Industrie. In Abhängigkeit der verwendeten Daten

25 Scientific Committee on Health and Environmental Risks (SCHER): Opinion on „RPA’s report „Perfluorooctane Sulphonates Risk reduction strategy and analysis of advantages and drawbacks“. Adopted by the SCHER during the 4th plenary of 18 March 2005.

26 Die Verwendungsrate von 15 % beziehe sich auf alle von Feuerwehren verwendete Schaumtypen.