Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2008/10: Bundesbeschluss über das Programm zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz und über die Freigabe der Mittel · 69 Seiten

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Betriebliche Massnahmen auf dem Strassennetz

Verkehrsmanagement-Massnahmen auf den Nationalstrassen zielen darauf ab, den Verkehr flüssig und sicher über die Strecken zu führen. Sie leisten einen massgebenden Beitrag zur optimalen und sicheren Nutzung der vorhandenen Kapazitäten. Zur Beseitigung der Engpässe auf den Nationalstrassen beitragen können insbesondere:

- die rechtzeitige, korrekte und verkehrsträgerübergreifende Information der Verkehrsteilnehmenden über das aktuelle Verkehrsgeschehen

- grossräumige Umfahrungsempfehlungen bei lokalen Verkehrsüberlastungen

- die zeitlich beschränkte Nutzung der Standstreifen zur Deckung von Spitzenbelastungen

- die Dosierung der Zufahrten zu den Nationalstrassen an den Anschlüssen

- Massnahmen zur Verstetigung des Verkehrsflusses durch den Einsatz dynamischer Geschwindigkeitsanzeigen und Stauwarnungen.

Im Programm Engpassbeseitigung werden die optimale Nutzung der verfügbaren Kapazitäten sowie die Integration der dafür nötigen Verkehrsmanagement-

Massnahmen in den Neu- und Ausbauprojekten vorausgesetzt. Verkehrsbeeinflussende Massnahmen sind mittel- und langfristig keine Alternative zur baulichen Beseitigung der identifizierten Engpässe; sie sind viel mehr zwingender Bestandteil derselben.

Eine wichtige Funktion haben verkehrsbeeinflussende Massnahmen als Übergangslösung oder dann, wenn die erforderlichen Ausbaumassnahmen nicht oder nicht in erforderlichem Ausmass realisiert werden können. Bis das Verkehrsmanagement gesamtschweizerisch seine vorausgesetzte Wirkung erzielen kann, sind im Rahmen des Projekts Verkehrsmanagement-Schweiz des Bundesamtes für Strassen allerdings noch erhebliche Anstrengungen erforderlich.

1.3.4.4 Zwei Möglichkeiten für den Ausbau der Nationalstrassen; unterschiedliche Finanzierungsgefässe betroffen

Für die effektive Beseitigung der gravierenden Engpässe auf Nationalstrassen kommt in vielen Fällen einzig der Ausbau in Frage. Im Vordergrund steht die Ergänzung der bestehenden Nationalstrassen durch zusätzliche Fahrstreifen, wie dies im IFG vorgesehen ist. Die Ergänzung von Fahrstreifen stellt in der Regel die einfachste und wirtschaftlichste Massnahme zur Beseitigung von Engpässen dar. Zusätzliche Fahrstreifen verursachen keine Eingriffe in bisher nicht betroffene Landschaftsräume und sind insgesamt wesentlich kostengünstiger als die Erstellung neuer Strassen. Ihre Finanzierung erfolgt über den Infrastrukturfonds.

In einzelnen Fällen kann der Bau neuer Verbindungen aber dennoch die bessere Lösung darstellen. Der Fall ist dies beispielsweise in städtischen Gebieten, wenn der Ausbau der bestehenden Nationalstrasse aus Platzgründen nur mit inakzeptablen, städtebaulichen Eingriffen möglich ist. Bei grossen Überlastungen und eng aufeinander folgenden Anschlüssen ist der Bau einer neuen Nationalstrasse oft gar die einzige Möglichkeit zur Entlastung einer bestehenden Nationalstrasse. Schliesslich stehen neue Netzverbindungen zur Diskussion, wenn der Ausbau der bestehenden Nationalstrasse mit ähnlich hohen Kosten verbunden ist wie die Realisierung einer