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Vernehmlassung 2009/141: Bericht zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz · 71 Seiten
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cherheit jederzeit, d.h. auch in winterlichen Spitzenstunden sicherstellen will123– nicht um den rechtzeitigen Neubau thermischer Grosskraftwerke herum kommen.
Abb. 18: Stromversorgungslücke im durchschnittlichen Winterhalbjahr (Trendszenarien)
Legende: blau = Wasserkraft, orange = Bezugsrechte, gelb = fossile Energien, braun = Kernenergie, grün = erneuerbare Energien
Da aufgrund des intensiven Handels im liberalisierten europäischen Elektrizitätsmarkt die grenzüberschreitenden Stromflüsse stetig zunehmen, gerät das alternde Übertragungsnetz immer häufiger an seine Belastungsgrenze. Die Grenzübergänge zwischen Italien, Deutschland und der Schweiz gehören zu den neuralgischen Engpässen im europäischen Stromverbund, deren Beseitigung die EU zur Priorität erklärt hat. Um die Versorgungssicherheit netzseitig zu garantieren, sind kurzfristig Massnahmen zur effizienteren Bewirtschaftung der knappen Übertragungskapazitäten notwendig. Langfristig müssen die Engpässe durch gezielten Ausbau des Netzes beseitigt werden. Gegenwärtig sind im Sachplan Übertragungsleitungen (SÜL) 67 konkrete Aus- und Umbauprojekte für die nächsten 10 bis 15 Jahre aufgeführt, davon 39 für die allgemeine und 28 für die Bahnstromversorgung. Das Eigentum an der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid soll langfristig mehrheitlich in schweizerischer öffentlicher Hand bleiben.
• Umweltverträglichkeit erhöhen
Im Falle des Baus von Gas-Kombi-Kraftwerken in der Schweiz müssen die zusätzlichen CO2-Emissionen kompensiert werden. Dem «Elektrosmog» (nicht ionisierende Strahlung, NIS) kann mittels unterirdisch verlegter Starkstromkabel124 vorgebeugt werden, die eine geringere elektromagnetische Abstrahlung aufweisen, jedoch eine stärkere Belastung des Bodens (lokale Erderwärmung) sowie erheblich höhere Kosten als herkömmliche Freileitungen
123 Die Stromversorgungslücke durch zusätzliche Importe zu schliessen, würde entsprechende Kraftwerkskapazitäten im Ausland sowie einen Ausbau der grenzüberschreitenden Übertragungsleitungen voraussetzen. Da sich viele europäische Länder in einer vergleichbaren Situation wie die Schweiz befinden, ist fraglich, ob diese Voraussetzungen innerhalb des relevanten Zeithorizonts erfüllt werden könnten.
124 Gegenwärtig sind 36 km des 7250 km langen Übertragungsnetzes in der Schweiz verkabelt; es handelt sich dabei in der Regel um kurze Strecken in Grossstädten oder im Umfeld von Unterwerken. Im Vergleich dazu wurden europaweit bisher bloss 100 km des 110'000 km langen Höchstspannungsnetzes unter Tage verlegt.