Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2010/110: Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI; Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr») · 142 Seiten

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Bewertung von baulichen Massnahmen mit NIBA

Die vorgeschlagenen Massnahmen wurden detailliert bewertet. Dies erfolgt auf Basis des „Ziel- und Indikatorensystems nachhaltiger Verkehr“ des UVEK (ZINV UVEK). Verschiedene Nachhaltigkeitsindikatoren für Bahninfrastrukturprojekte (NIBA) verfeinern das System und erlauben eine detailliertere Bewertung der Nachhaltigkeit von Bahninfrastrukturprojekten (näheres dazu vgl. ANHANG 2). Bei NIBA spielen neben mehreren nicht monetarisierbaren Indikatoren auch betriebs- und volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Überlegungen eine wichtige Rolle.

Für die Bewertung wird ein Referenzzustand 2030 ohne Realisierung der Massnahmen dargestellt. Die volkswirtschaftliche Bewertung in NIBA vergleicht die vorgeschlagenen Massnahmen mit dem Referenzzustand.

Schätzung der Grobkosten

Im Rahmen von Bahn 2030 wurde eine Methodik zur groben Schätzung der Kosten von einzelnen Infrastrukturelementen entwickelt. Diese wurde auf die einzelnen Massnahmen des STEP und auf den Ausbauschritt 2025 angewendet. Dies erlaubt unter anderem eine landesweite, einheitliche Anwendung und berücksichtigt unterschiedliche Projektstände. In der Regel liegen den Kostenschätzungen keine vollständigen Objekt- oder gar Vorstudien zu Grunde, sondern nur erste grobe Schätzungen, die anhand von Mengengerüsten, Einheitspreisen und spezifischen Risikofaktoren ermittelt wurden. In dieser Methodik werden die Grobkosten für SBB/BLS-Massnahmen jeweils als Bandbreiten angegeben. Wird für Berechnungen nur ein einzelner Wert verwendet, so ist dies der sogenannte Erwartungswert. Er liegt in der Mitte der unteren und oberen Bandbreite. Die Methodik und die Kostenangaben sind in ANHANG 3 dargestellt.

Im nachfolgenden Text wurde aus Gründen der Lesbarkeit bei Kostenangaben jeweils nur der Erwartungswert angegeben. Preisbasis für die Kostenangaben ist, wenn nicht anders angegeben, Oktober 2008.

1.5.2.2.2 Wachsende Nachfrage im Personen- und Güterverkehr schafft zusätzliche Engpässe

Verkehrsnachfrage wächst

Die Szenarien des Bundesamtes für Statistik20 gehen für die zukünftige Entwicklung der Schweiz von einer wachsenden Bevölkerung aus. Die Anzahl Einwohner wird sich von heute 7.8 Millionen auf ca. 8.7 – 9.5 Millionen im Jahr 2030 erhöhen (Trend-, resp. Maximalszenario). Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts BIP wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft langfristig (bis 2050; Trendszenario) mit jährlich 0.8 Prozent angenommen21.

Unter Einbezug der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung wurde im Schienenverkehr im Zeitraum 2007 bis 2030 das Nachfragewachstum ermittelt. Im Personenverkehr ist ein Wachstum von gesamtschweizerisch durchschnittlich rund

20 Bundesamt für Statistik: Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2010-2060, Neuchâtel 2010

21 Vgl. den Bericht des Bundesrates vom 17. September 2010 zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze der Schweiz (BBl 2010 8665) Ziff. 6.1