Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Produktion und Absatz (2. Titel LwG)
Entwicklung erfüllt, kann somit im Sinne dieses Artikels einbezogen werden. Ein konkretes Beispiel könnte die Einführung eines offiziellen Zeichens für «Nachhaltigkeit» sein, das Produkte kennzeichnen würde, die geringe negative Externalitäten (gemessen an einer Ökobilanz) aufweisen und gewisse soziale Kriterien erfüllen. Denkbar wäre auch eine Vergütung für Systeme, die den Gesamtbetrieb umfassen und die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigen, statt nur den ökologischen Aspekt zu fördern (vgl. 2.3.2.8 Produktionssystembeiträge).
Andere Ansätze, die in dieser Vernehmlassungsunterlage nicht weiter erläutert werden, sind ebenfalls denkbar. Um Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion, die oftmals teurer sind, wettbewerbsfähiger zu machen, wäre es vorstellbar, die anderen Produkte weniger attraktiv zu machen – egal ob inländisch oder importiert, ganz im Sinne des Prinzips der Nichtdiskriminierung. Die Umsetzung solcher Massnahmen bedarf einer gesetzlichen Verankerung, beispielsweise im CO2-98 oder im Mehrwertsteuergesetz99, die auf gewisse «nachhaltige» Lebensmittel zugeschnitten werden könnte. Einige Staaten haben damit begonnen, Lenkungsabgaben in Erwägung zu ziehen oder gar einzuführen, die den Konsum gewisser Lebensmittel weniger attraktiv machen. Eine weitere lenkende Massnahme besteht zudem darin, nicht nachhaltige Produktions- oder Transportbedingungen auf den Endprodukten für den Endkonsumenten zu kennzeichnen. So soll beispielsweise in Frankreich100 die obligatorische Angabe der CO2-Bilanz eines Produktes eingeführt werden. Eine andere Initiative aus der Privatwirtschaft kennzeichnet Lebensmittel, die mit dem Flugzeug transportiert wurden101.
2.2.2 Milch- und Viehwirtschaft
2.2.2.1 Ausgangslage
Die tierischen Erzeugnisse (Milch, Fleisch und Eier) wiesen 2009 zusammen einen Anteil von rund 52 Prozent am Produktionswert landwirtschaftlicher Güter auf (BFS, landwirtschaftliche Gesamtrechnung). Von den rund 60'000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben in der Schweiz im Jahr 2009 (BFS) halten gegen 80 Prozent Rindvieh und/oder Schweine und gut 26'000 produzieren Verkehrsmilch.
98 SR 641.71
99 SR 641.20
100 Dieses Gesetz ist in Erarbeitung.
101 www.coop.ch/by-air