Bericht und Vorlage

Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten

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Produktion und Absatz (2. Titel LwG)

Tabelle 18

Pro-Kopf-Konsum im 10-Jahresvergleich

Produkt Einheit 2000/02 2009 2000/02-2009 [%]

Konsummilch kg 84,63 74,60 -11,9 Milchgetränke kg 3,53 9,10 157,8 Butter kg 5,93 5,40 -8,9 Käse kg 19,63 21,40 9,0

Rindfleisch kg 10,22 10,99 7,5 Schweinefleisch kg 25,39 24,62 -4,1 Geflügel kg 9,28 10,79 16,3 Schaleneier Stück 188 187 -0,5

Quellen: SBV, Proviande und Aviforum

Die inländische Fleischproduktion erreichte 2009 einen Anteil von 80 Prozent am Verbrauch und die Schweiz ist folglich auf Fleischimporte angewiesen. Der Inlandanteil ist etwa gleich hoch wie im Durchschnitt 2000/02. Die Fleischimporte betrugen 2009 knapp 89'000 Tonnen und die Exporte rund 4'500 Tonnen. Die Bilanz des Aussenhandels mit Milch und Milcherzeugnissen zeigt 2009 einen Ausfuhrüberschuss. Dieser Überschuss betrug umgerechnet in Frischmilch rund 0,5 Millionen Tonnen, womit die Schweiz ein Nettoexportland ist. Im Durchschnitt 2000/02 belief sich der Überschuss auf 0,35 Millionen Tonnen.

Im Rahmen der verschiedenen Revisionen des LwG wurden seit 1998 zahlreiche agrarpolitische Instrumente für den Fleisch- und Milchmarkt abgebaut oder optimiert. Die differenzierten Inland- und Ausfuhrbeihilfen für verschiedene Milchprodukte waren vom Parlament bis Ende 2008 befristet worden. Seither wird die Milch marktorientierter verwertet. Die wesentlichste gesetzliche Änderung war die endgültige Aufhebung der Milchkontingentierung auf den 1. Mai 2009. Mit diesem Schritt hat sich der unternehmerische Handlungsspielraum der Milch produzierenden Betriebe vergrössert und die Kosten für die Anpassung ihrer Strukturen (Kauf und Miete von Produktionsrechten) sanken. Während der dreijährigen Übergangsperiode

- vom 1. Mai 2006 bis zum 30. April 2009 - nahmen gegen 90 Prozent der Produzenten die Möglichkeit wahr, mit einer Organisation vorzeitig aus der Milchkontingentierung auszusteigen. Der Übergang ab 1. Mai 2009 gestaltete sich trotzdem schwierig, weil sich einerseits der Milchmarkt international in einer Krise befand und andererseits die in der Übergangsperiode aufgebauten Organisationsstrukturen meist noch zu wenig marktnah und tragfähig waren. Letztlich wurden mit diesem Schritt auch die Rahmenbedingungen auf dem Milchmarkt an jene der übrigen Sektoren (Fleisch, Getreide etc.) angeglichen, für welche gleichfalls keine staatliche Produktionslenkung in Kraft ist.

Für den Fleischmarkt war die schrittweise Einführung der Versteigerung der Zollkontingente ab 2005 eine grosse Reform. Weil seither alle Personen in der Schweiz Zollkontingentsanteile ersteigern können, wurden zementierte Strukturen auf dem