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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten

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Die Gründe ungenügender Lese- und Schreibfähigkeiten sind mannigfaltig. Es ist aber klar, dass die Sprachkompetenz durch das Lesen von Büchern günstig beeinflusst wird. Deshalb muss der Zugang zum Lesen bereits von frühester Kindheit an und bis ins Jugendalter gefördert werden, damit die Freude am Lesen geweckt wird und ein positives Bild der Schriftkultur entstehen kann. Ein Kleinkind, das mit Büchern positive Vorstellungen verknüpft, wird sich auch schneller mit der Kunst des Lesens vertraut machen.

Um lesen zu können, muss der Zugang zu Büchern gewährt sein. Ein dichtes Netz von guten Bibliotheken bildet ein unverzichtbares Element der Leseförderung. Öffentliche Bibliotheken sind ein Ort der Kultur und des Austauschs. Mit der Unentgeltlichkeit und dem freien Zugang zu Informationen dank öffentlichen Institutionen wie Bibliotheken wird das Recht auf Wissen und freie Meinungsäusserung sichergestellt.

Das Buch steht zweifellos im Zentrum der Betrachtungen über die Leseförderung. Die Aufhebung der Buchpreisbindung im Jahr 2007, neue Technologien, die Konzentration und die Internationalisierung der Verlage, die kürzere Lebensdauer von Büchern und die Zunahme der Produktion haben nicht nur die Produktions- und Vertriebsprozesse verändert, sondern auch die Lesegewohnheiten. Angesichts dieser Veränderungen muss der Bund eine Buchpolitik entwickeln, deren wichtigstes Ziel die Förderung der Vielfalt und der Qualität des Angebots ist. Nur ein vielfältiges Angebot kann die ganze Breite des intellektuellen und literarischen Schaffens eines Landes widerspiegeln und die unterschiedlichsten Lesergruppen erreichen.

Abschreibung 00.3466 Postulat Widmer. Funktionaler Analphabetismus

Im Jahr 2002 hat das BAK in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) einen Bericht mit dem Titel «Illettrismus: Wenn Lesen ein Problem ist» veröffentlicht. Dieser Bericht bietet eine umfassende Darstellung des Phänomens des Illettrismus, seiner Ursachen und Folgen. Auf der Grundlage dieses Berichts hat der Bund ab 2004 eine Strategie ausgearbeitet, die auf die Prävention und Bekämpfung des Illettrismus sowie auf die Sensibilisierung in Bezug auf dieses Phänomen ausgerichtet ist:

– Forschung: Die Studie «Adult Literacy and Lifeskills Survey» wurde in fünf Ländern, darunter auch in der Schweiz durchgeführt und war Anlass für eine vertiefte Analyse des BFS im Jahr 2003 zum Thema Leseschwäche von Erwachsenen. Eine vom BFS in Zusammenarbeit mit dem BAK in Auftrag gegebene und vom Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) durchgeführte Studie erstellte eine Einschätzung der sozialen und wirtschaftlichen Kosten des Illettrismus. Der Schweizer Verband für Weiterbildung (SVEB) realisierte 2005 und 2009 zwei Studien zu den Massnahmen der Kantone im Bereich der Grundkompetenzen von Erwachsenen. Weiter befassen sich drei im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes 56 «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» durchgeführte Studien mit dem Thema Illettrismus und Prävention des Illettrismus.46

46 Einsehbar unter http://www.bak.admin.ch/themen/kulturfoerderung, Rubrik „Kulturelle Bildung“.