Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Ergebnisse der Auswertung
Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, Pro Natura Schweiz, SES und WWF Schweiz entscheidend dafür, ob man die betroffene Bevölkerung von der Sicherheit eines Tiefenlagers überzeugen könne.
Die Gemeinde Dachsen ist der Meinung, dass gemäss der Forderung der KNS und des AdK andere Lagerkonzepte zu prüfen seien, damit eine Tiefe von 900 m realisiert oder gar überschritten werden könne. Die Gemeinde Allensbach schlägt vor, parallel zur zentralen Endlagersuche den Bau von mehreren kleineren dezentralen Lagern nach den gleichen Massstäben zu untersuchen. Der Arbeitskreis «Pro Lebensqualität und Wohlstand», die IGLK, die ÖDP Kreisverband Waldshut sowie diverse Einzelpersonen haben Ideen für alternative Lagerkonzepte eingebracht, wie beispielsweise reversible Oberflächenlager (z. B. in den ausgedienten Festungs- und Bunkeranlagen der Schweizer Armee) oder die Verteilung der Risiken auf alle 26 Kantone, wonach jeder Kanton gemäss seinem Stromverbrauch radioaktive Abfälle zu lagern hätte. Mehrmals wurde die Option eines temporären ober- oder unterirdischen Zwischenlagers genannt, in welchen die Abfälle bis maximal 500 Jahre jederzeit rückholbar gelagert werden sollen. In der Zwischenzeit würden dann in der Forschung massive Fortschritte gemacht werden, die eine weitere Verwendung der radioaktiven Abfälle gemäss neuen Technologien (z. B. Transmutation) bzw. eine sichere Entsorgung möglich machten. Die Allianz Thurgau Nein-zu-neuen-AKW verweist auf eine Variante mit dezentralen und rückholbaren Lagerstätten.
Die Stadt Schaffhausen merkt an, dass menschliches Versagen oder Vergessen sowie Terrorismus auch bei Tiefenlagern nicht ausgeschlossen seien. Ein Konzept, welches die radioaktiven Abfälle nach einer kurzen Überwachungsperiode sich selber überlassen wolle, halte einer kritischen Würdigung in keiner Weise stand. Gemäss den Grünen ZH ist ein Atommülllager ein Sicherheitsrisiko und allenfalls Zielscheibe für gefährliche Aktionen. Der Öffentlichkeit müsse diese Problematik sowie die daraus resultierenden geplanten Sicherheitsmassnahmen ehrlich kommuniziert werden. Auch die ÖDP Kreisverband Waldshut hält das Lagerkonzept aus Gründen der Sicherheit bei terroristischen Angriffen für nicht geeignet.
Die FDP Schweiz und Centre Patronal fordern für die Abfälle, die durch die heutige Nutzung anfallen, ein langfristig sicheres Entsorgungskonzept, das kommende Generationen sowohl gesundheitlich als auch finanziell so wenig wie möglich beeinträchtigt. Die geologische Tiefenlagerung sei ein solches Konzept und werde deshalb unterstützt. Auch die Stadt Singen hält fest, dass die Entsorgung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Schichten eine international anerkannte Vorgehensweise sei. Die FDP SO unterstützt die Lagerung in geologischen Formationen, da diese einen zuverlässigen Schutz vor der Freisetzung durch Naturereignisse und vor kriminellen oder ungewollten menschlichen Zugriffen bieten. Aus Sicht der SVP SO existiert mit der geologischen Tiefenlagerung ein Konzept, das wissenschaftlich fundiert und in internationalen Expertenkreisen anerkannt sei. Man dürfe den Nachkommen nicht nur eine Übergangslösung an der Erdoberfläche hinterlassen.
Ecologie libérale vertritt die Meinung, dass für zukünftige Generationen mit dem gewählten Konzept ein inakzeptables Risiko bestehe. Die Transmutation stelle die einzig diskutierbare Lösung für eine ernsthafte Entsorgung der radioaktiven Abfälle dar. Die Forschung zu dieser Technologie müsse über das Verursacherprinzip finanziert werden.
Würdigung
Die Frage nach der sichersten Lagerung von radioaktiven Abfällen wurde in der Schweiz lange und intensiv diskutiert. In der Folge setzte das UVEK 1999 die Expertengruppe EKRA ein. Diese erhielt den Auftrag, Grundlagen zu erarbeiten, um die zur Debatte stehenden Entsorgungskonzepte zu vergleichen. Die EKRA kam zum Schluss, dass einzig die geologische Tiefenlagerung den erforderlichen langfristigen Schutz von Mensch und Umwelt gewährleisten kann. Sie entwickelte das Konzept der «kontrollierten geologischen Langzeitlagerung». Dieses verbindet die Endlagerung mit der Möglichkeit, die radioaktiven Abfälle nach Abschluss der Einlagerung während einer gewissen Zeit zu überwachen und ohne grossen Aufwand zurückzuholen. Vor dem Verschluss des Lagers sind eine längere Beobachtungsphase sowie der Betrieb eines Pilotlagers vorgesehen. Kontrolle, Unterhalt und Rückholung sind somit während mehreren Generationen möglich. Das EKRA-Konzept ist international anerkannt und wurde als «geologische Tiefenlager» in das KEG aufgenommen.