Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten

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13.3.1.14 Lösungsansatz A.13: Aufhebung der individuellen Möglichkeit zur Vorfinanzierung des Vorbezugs der Altersleistungen

Mit diesem Lösungsansatz wäre eine Finanzierung der vorzeitigen Pensionierung durch zusätzliche Einkäufe nicht mehr möglich. International besteht eher die Tendenz, die älteren Arbeitnehmende zu einer Teilnahme am Arbeitsmarkt zu ermuntern, als die vorzeitige Pensionierung zu fördern. Die Aufhebung der individuellen Finanzierung der vorzeitigen Pensionierung durch zusätzliche Einkäufe würde dieser Tendenz folgen.

Es ist zudem ein gewisser Widerspruch, im gleichen Vorsorgesystem den Vorbezug der Altersleistung und das weitere Verbleiben im Arbeitsmarkt über Steuerprivilegien bei der Vorsorge zu fördern. Dieser Widerspruch würde mit einem Verzicht auf die Möglichkeit der individuellen Vorfinanzierung, die oft in einem frühen Zeitpunkt erfolgt und den Vorbezug fördert, gelöst. Die Aufhebung der individuellen Finanzierung der vorzeitigen Pensionierung durch zusätzliche Einkäufe (Art. 1b BVV 2) könnte zur Vereinfachung des Verwaltungsaufwandes der Vorsorgeeinrichtungen beitragen.

Unter dem Aspekt der Flexibilisierung und der Individualisierung der Vorsorge würde diese Aufhebung jedoch einen Rückschritt darstellen. Ausserdem ist Art. 1b BVV 2 erst seit dem 1. Januar 2006 in Kraft. Man würde damit zum Zustand vor der 1. BVG-Revision zurückkehren, obwohl dieser Artikel vor nicht langer Zeit erst eingeführt worden ist.

Dieser Lösungsansatz stellt für die BVG-Kommission keine Option dar.

13.3.2 Problem B: Zu hohe Vermögensverwaltungskosten

13.3.2.1 Problembeschreibung

Der durch die Studie zu den Vermögensverwaltungskosten aufgezeigte effektive Umfang der Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule beträgt 3,9 Milliarden Franken, was 0,56 % des verwalteten Vermögens ausmacht. Dieser Betrag ist wesentlich höher als derjenige, den die offizielle Pensionskassenstatistik anführt (795 Mio. Franken). Das Ziel des Forschungsprojektes war es, eine Analysemethode zu entwickeln, mit welcher der effektive Umfang der Verwaltungskosten festgestellt werden kann. Der Auftrag erstreckte sich aber auch auf die Identifizierung von Kostenfaktoren und auf das Aufzeigen von Lösungsansätzen zur Verbesserung der Transparenz und Effizienz in der Vermögensverwaltung. Die folgenden Kapitel nehmen die wesentlichen Vorschläge der Studie auf, ergänzt durch ein Projekt, welches das BSV konkretisieren möchte.

13.3.2.2 Lösungsansatz B.1: Optimierung der Kosten

Die Studie hat zwischen den untersuchten Vorsorgeeinrichtungen beträchtliche Kostenunterschiede aufgedeckt. Ihre Vermögensverwaltungskosten variieren von 0,15% bis 1,86% des jeweiligen Vorsorgevermögens.

Darüber hinaus weist die Studie einen hochsignifikanten Zusammenhang zwischen den gemessenen Vermögensverwaltungskosten und der Rendite nach: je höher die Kosten, desto tiefer die realisierte Nettorendite. Es zahlt sich also aus, in der Vermögensanlage Kostendisziplin walten zu lassen, wie auch die folgende Darstellung zeigt: