Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 163Fedlex · Erläuternder Bericht
die konsolidierte Betriebsrechnung der Lebensversicherer, die das mit Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule abgeschlossene Rückversicherungsgeschäft zusammenfasst, abgestellt. Gemäss den von der FINMA erlassenen Gliederungsvorschriften muss das Betriebsergebnis in einen Sparprozess, einen Risikoprozess und einen Kostenprozess aufgeteilt werden. Aus dem Kostenprozess resultiert für das Kollektivgeschäft in der 2. Säule ein konsolidierter Kostenaufwand von CHF 918 Mio. für 2009 (Aufwandseite der Lebensversicherer), bzw. Einnahmen aus Kostenprämien von CHF 722 Mio. (Ertragsseite der Lebensversicherer und gleichzeitig Aufwandseite der Vorsorgeeinrichtungen) und damit für die Lebensversicherer ein Kostendefizit von CHF 196 Mio.
Da aber dieses Kostendefizit mit Überschussbeteiligungsansprüchen der Vorsorgeeinrichtungen verrechnet wird, repräsentiert der konsolidierte Kostenaufwand von CHF 918 Mio. gemäss der Studie aus der Sicht der Vorsorgeeinrichtungen die tatsächlich zu tragenden Verwaltungs- und Vertriebskostenbelastung.
Die Studie schliesst daraus, dass eine Transparentmachung dieser Kosten in den Jahresrechnungen der Vorsorgeeinrichtungen einfach zu erreichen wäre. Da jede Vorsorgeeinrichtung, die eine Rückversicherung (Vollversicherung oder auch nur Risikoversicherung) abgeschlossen hat, vom Rückversicherer in der jährlichen Abschlussrechnung eine exakte Aufteilung der bezahlten Prämie in einen Spar-, Risiko- und Kostenteil geliefert erhält, sollte ein unterscheidendes „Splitting“ möglich sein.
Anstatt die gesamte Prämie als Versicherungsaufwand zu buchen, wäre es möglich, den Kostenteil buchhalterisch abzugrenzen und als Verwaltungskosten zu erfassen. Damit würden neu die gesamten Kostenprämien transparent und verursachergerecht in den Betriebsrechnungen der Vorsorgeeinrichtungen verarbeitet. Dazu bedürfte es einer Anpassung der Rechnungslegungsvorschriften Swiss GAAP FER 26.
Dieser Lösungsansatz ist ein direkter Weg, mehr Transparenz und eine klare Verbuchung der von Vorsorgeeinrichtungen getragenen Kosten sicherzustellen. Er stösst jedoch auf mehrere Hindernisse, die zumindest auf zeitlicher Ebene von Nachteil sind.
Es wäre eine Koordination mit der FINMA zu prüfen, um nach Verbesserungsmöglichkeiten für die Informationsübermittlung an die Vorsorgeeinrichtungen zu suchen.
Da diese Verbuchungsart möglicherweise die Berechnung der „Mindestausschüttungsquote“ ändern könnte, wäre eine nähere Prüfung nötig. Die Autoren der Studie erwähnen unter anderem eine Änderung der prozentualen Beteiligung der Vorsorgeeinrichtungen an den Gewinnen des Versicherers, da eine andere Berechnungsmethode das Jahrestotal des Kostenprozesses für die Versicherung andern würde.
Dieser Lösungsansatz stellt für die BVG-Kommission keine Option dar.