Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten
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eingeordnet werden können. Der Anlagebereich ist demnach ausserordentlich breit. Eine Nachschusspflicht ist gemäss den Anlagevorschriften der BVV 2 verboten, dies bedeutet, dass die Vorsorgeeinrichtungen nur in Produkte investieren dürfen, bei denen der Verlust im Maximum auf das eingesetzte Kapital beschränkt ist. In der Pensionskassenstatistik werden die Investition in Hedge Fonds, Private Equity und übrige alternative Anlagen unterschieden:
Hedge Funds: Im Bereich Hedge Funds existieren diverse Strategien, deren Zahl
ständig wächst. Hedge Funds arbeiten häufig mit einem Hebel, unter Einsatz von Derivaten und sie tätigen auch Leerverkäufe. Ihr Anlagegebiet können klassische Anlagekategorien wie Aktien, Währungen, Bonds sein, oder aber auch eher exotische Investitionen. Ausserdem sind Hedge Funds oft nur beschränkt transparent. Je nach Strategie ist kann auch die Liquidität der Produkte eingeschränkt sein. Grob unterschieden werden drei Hauptstrategien: Relative Value (relativer Wert, oft marktneutrale Strategien), Event Driven (ereignisgesteuerte Strategien) und opportunistische / direktionale Strategien. Die zugrunde liegenden Strategien sind vielfältig und die Risiken unterschiedlich. Marktneutrale Strategien gelten üblicherweise als wenig risikoreich, während direktionale Strategien als risikoreicher eingeschätzt werden. Allerdings kann sich die Risikowahrnehmung im Laufe der Zeit verändern. Beispielsweise galten Convertible Arbitrage Strategien, eine Subkategorie von Relative Value, lange Zeit als weniger risikoreich. 2008 aber versursachten sie aus einer Vielzahl von Gründen höhere Verluste als andere Strategien. Im Falle eines Einzelfonds sollte die Risikoexposition auf verschiedene Risikofaktoren wie z.B. das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko oder auch das Risiko aufgrund des Einsatzes eines Hebels (Kreditaufnahme) deshalb immer genau geprüft werden. Dazu ist spezifisches Know How nötig. Der Vorteil von Hedge Funds ist, dass damit oft auch in einem Marktumfeld eine Rendite erzielt werden kann, welches schwierig ist, z.B. bei einem Rückgang der Aktienmärkte oder bei einem Anstieg des Kreditrisikos. Damit können Verluste in anderen Anlagekategorien teilweise relativiert werden. Auch kann eine Marktexponierung erreicht werden, welche allenfalls den aktuell herrschenden Bedingungen angepasst ist. Und ebenso existieren durchaus sehr sinnvolle Strategien mit geringen Risiken, wie zum Beispiel Equity Market Neutral, bei denen versucht wird, unabhängig von der generellen Marktentwicklung aufgrund der relativ besseren Entwicklung von Einzeltiteln zum Markt eine Rendite zu erzielen. Dies bedeutet, dass der Gesamtmarkt zurückgehen kann, und dennoch eine positive Rendite erzielt werden kann.
Private Equity bezeichnet Beteiligungskapital an Gesellschaften. Meistens werden
diese Gesellschaften respektive die Beteiligungen nicht mehr an Börsen gehandelt. Oft werden zwei Hauptstrategien unterschieden: die Beteiligung an jungen innovativen Unternehmungen (Bereitstellung von Risikokapital / „Venture Capital“) und die Beteiligung an bereits eingeführten Firmen. Im ersten Falle wird den Firmen, welche sich meist am Anfang des „Lebenszyklus“ befinden, Kapital und oft auch Management Know How zur Verfügung gestellt, damit die Firma sich entwickeln kann und nach einigen Jahren eine gute Rendite für die Investoren abwirft. Im zweiten Fall werden Firmen übernommen und finanzielle Potentiale entwickelt oder bestehende Reserven ausgebeutet. Oft geschieht dies im Rahmen eines Leveraged Buy Out oder eines Management Buy Out. In Kritik geraten ist vor allem das Leveraged Buy Out, da die Firmen mit hohem Fremdkapitaleinsatz übernommen werden, und mit einem hohen Cash Flow (oder bestehenden Reserven) dazu beitragen müssen, eine hohe Eigenkapitalrendite zu erzielen (vgl. Heuschreckendebatte in Deutschland100). Die Verlustrisiken von Private Equity Strategien sind sowohl beim Venture Capital wie auch bei den Beteiligungen mit hohem Fremdkapitaleinsatz vor allem bei krisenhaften Entwicklungen vergleichsweise hoch, und meist ist auch die Liquidität eingeschränkt.
100 http://de.wikipedia.org/wiki/Heuschreckendebatte. Darunter werden insbesondere Vorgehensweisen verstanden, bei denen eine aufgekaufte Firma (gewinnbringend) zerschlagen oder generell finanziell ausgeschlachtet wird. Ob diese Vorgehensweise auch ökonomisch schädlich ist, wird kontrovers diskutiert.