Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten
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Daneben existieren noch weitere Formen von alternativen Anlagen. Die wichtigsten Kategorien sind folgende:
Commodities / Rohstoffe: Unter Rohstoffen werden alle natürlichen Ressourcen verstanden. Darunter fallen insbesondere Edelmetalle (Gold, Silber), Erdöl, Erdgas, weitere Industrierohstoffe wie Eisen, Aluminium, Stahl oder Kalk, aber auch Agrarrohstoffe wie Nahrungsmittel, Holz, Kautschuk oder auch Heilpflanzen. Rohstoffe sind eine eigene und spezialisierte Anlagewelt, deren Erträge oft von den verschiedensten Faktoren abhängig sind. Dadurch können sie interessante Möglichkeiten für eine Diversifikation bieten. Umstritten sind insbesondere Investitionen in den Nahrungsmittelbereich, da dadurch die Preise für Nahrungsmittel steigen können und dadurch kurzfristig Hungersnöte ausgelöst werden. Investitionen in Rohstoffe können oft durch hochliquide Instrumente vorgenommen werden.
Infrastruktur: In der Vergangenheit wurden Infrastrukturaufgaben oft als staatliche Aufgabe betrachtet. In den letzten Jahren ist jedoch nicht zuletzt aufgrund der Staatsverschuldung der Trend erkennbar, Infrastrukturaufgaben an private Investoren zu übertragen. Dies kann im Kommunikationsbereich, in der Verkehrsinfrastruktur, in der Energieversorgung oder im Abwasser- oder Trinkwasserbereich sein. Für private Investoren interessant ist, dass diese Investitionen oft eine kleine Korrelation zu den übrigen Märkten aufweisen und damit eine gute Diversifikationsmöglichkeit bieten. Selbstverständlich muss hier jede einzelne Investition separat beurteilt werden.
Daneben gelten auch alle Investitionen als alternative Anlagen, welche unter die klassischen Anlagen nicht eingeordnet werden können. Darunter fallen beispielsweise komplexere strukturierte Produkte, Forderungen, welche nicht auf einen festen Betrag lauten, oder Insurance Linked Securites (mittels derer Versicherungsrisiken transferiert werden). Produkte, welche eine Nachschusspflicht auslösen können, sind dabei nicht erlaubt. Dennoch hat die Finanzkrise gezeigt, dass einige dieser Produkte erhebliche Risiken beinhalten können. Die Beurteilung der Produkte ist jedoch für jedes einzelne Produkt separat vorzunehmen.
6.4.3.1.2.2 Performance und Risiken
In der folgenden Tabelle werden die Renditen der Hedge Funds (All Hedge Index), der Rohstoffe (RJ/CRB Commodities) und des Private Equity Bereiches (LPX 50 Index) mit den Aktien (MSCI World) verglichen101:
2006 2007 2008 20092010
All Hedge Ind. CHF % 6.5 5.1 -27.5 15.3 9.8
MSCI CHF Preisindex % 9.4 -0.5 -45.4 22.5 -0.5
LPX 50 CHF % 17.3 -12.4 -67.9 47.4 19.1
RJ/CRB Commodities -14.1 8.5 -39.7 19.1 6.7
Hätte man demnach Ende 2005 100 Franken in die 4 Indizes investiert, dann wären Ende 2010 im Falle des All Hedge Indexes 102.63 Franken vorhanden, beim MSCI Aktienindex noch 72.40 Franken, beim Commodities / Rohstoff Index noch 71.38 Franken und beim LPX 50 Index noch 58.00 Franken.
Vor der Finanzkrise wurde behauptet, dass alternative Anlagen und insbesondere Hedge Funds absolute Renditen erzielen sollen, d.h. in jeder Marktsituation eine gewisse positive Rendite erzielen können. Es muss demnach festgehalten werden, dass sie letztlich in der Finanzkrise die vormals gemachten Versprechungen enttäuscht haben. Die Korrelation mit den Aktien in der Krise war hoch, das Versprechen einer absoluten Rendite auch während der Krise konnte nicht eingelöst werden. Nur der Rohstoff Index hat etwas stärker
101 Die Beurteilung von Infrastrukturprojekten und auch von komplexen strukturierten alternativen Anlagen muss einzelfallbezogen erfolgen.