Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/116: Bundesgesetz über die Registrierung von Krebserkrankungen (Krebsregistrierungsgesetz, KRG) · 86 Seiten

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1 Ausgangslage

1.1 Gesundheitspolitische Verankerung

Seit sich die sozialen und hygienischen Verhältnisse verbessert haben und Impfstoffe Epidemien verhindern, haben nicht übertragbare und meist chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen im Verlauf des 20. Jahrhunderts die ansteckenden Krankheiten als wichtigste Todesursache abgelöst (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1

Die wichtigsten Todesursachen seit 1877: Verstorbene auf 100'000 Einwohner-

innen und Einwohner

Nicht übertragbare Krankheiten machen heute den grössten Teil der Krankheitslast aus und Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen gehören neben Unfällen und Suiziden zu den Hauptgründen für vorzeitig verlorene Lebensjahre. Krankheiten mit einer hohen Krankheitslast führen zu einer überdurchschnittlichen Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, zu eingeschränkter Lebensqualität oder gar zu frühzeitiger Verrentung und tragen damit zur Kostensteigerung im Bereich der Krankenversicherung (KV) und der Invalidenversicherung (IV) bei. Aufgrund der demographischen Entwicklung sowie verbreitetem Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung, ist in Zukunft mit einer deutlichen Zunahme chronisch kranker Patientinnen und Patienten zu rechnen. Mit dieser Zunahme steigt die Forderung nach einem stärkeren Engagement des Bundes im Bereich der stark verbreiteten oder bösartigen Krankheiten. Zur Bekämpfung der übertragbaren Krankheiten wurde das