Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/19: Bundesgesetz über die Weiterbildung (Weiterbildungsgesetz, WeBiG) · 59 Seiten

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nicht nur finanzieller oder zeitlicher Art, sondern auf mangelnde Grundkompetenzen zurückzuführen. Gemäss Erhebungen der internationalen Studie „Adult Literacy and Life Skills Survey“ können rund 16 Prozent der 16 bis 65-jährigen Bevölkerung der Schweiz nicht in ausreichendem Masse Lesen und Schreiben. (BfS, 2005).

Frauen und Teilzeitbeschäftigte: Die Weiterbildungsstatistik weist für Frauen eine geringere Weiterbildungsbeteiligung aus als für Männer. Wie Analysen zeigen, beruht die geringere Teilnahme darauf, dass Frauen andere Arbeitsplätze einnehmen, andere Qualifikationen mitbringen oder Teilzeit arbeiten. Bezogen auf vergleichbare Arbeitsplätze oder Qualifikationen ist die Weiterbildungsteilnahme bei

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Frauen und Männern ausgeglichen – Frauen sind teilweise sogar stärker vertreten.

Vollzeitbeschäftigte beider Geschlechter bilden sich laut empirischen Befunden häufiger weiter

(55 Prozent) als Teilzeitbeschäftigte mit einem Beschäftigungsgrad unter 50 Prozent (45 Prozent).

Teilzeitbeschäftigte mit einem Beschäftigungsgrad zwischen 50 und 89 Prozent bilden sich am häu-

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figsten weiter (57 Prozent).

Ältere Menschen: Bezogen auf altersspezifische Beteiligungsmuster lassen sich in Erhebungen des BFS leicht geringere Beteiligungsquoten von älteren Personen nachweisen. Untersuchungen zeigen allerdings, dass die geringe Beteiligung zu einem grossen Teil darauf beruht, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer andere Ausgangsqualifikationen aufweisen und andere Arbeitsplätze einnehmen (vgl. Backes-Gellner, 2011). Internationalen Vergleichen zufolge ist die Teilnahmequote weniger durch das Alter an sich als durch die Pensionierungsgrenze bestimmt. Gleichzeitig scheint die Unterstützung seitens der Unternehmen nicht direkt vom Alter abzuhängen, wie Sousa-Poza &

Henneberger (2003) zeigen.

2.3 Weiterbildung im Bildungsraum Schweiz: Definitionen

Lernen geschieht in unterschiedlichen Kontexten und Formen und ist nicht an eine spezifische Lebensphase, etwa das Jugendalter, gebunden. Dieser Tatsache trägt seit einigen Jahren der Oberbegriff „lebenslanges Lernen“ Rechnung. Er umfasst sowohl Lernen im formalen Bereich, d.h. in Bildungsgängen, die staatlich geregelt sind und zu einem staatlichen oder staatlich anerkannten Diplom führen, als auch so genannte nicht-formale Bildung in Kursen, Seminaren usw. und informelle, individuelle Bildung durch Fachliteratur, Lernen am Arbeitsplatz oder ehrenamtliche Tätigkeiten.

8 Vgl. dazu Arulampalam et al., 2004, Bassanini A. et al., 2007, Backes-Gellner, 2011, S. 12f. 9 Vgl. dazu die Ergebnisse aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2009 auf http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/15/07/key/blank/uebersicht.html (08.06.2011) und Backes- Gellner, 2011, S. 10. 011/2011/03844 \ COO.2101.108.5.372040 12/59