Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/19: Bundesgesetz über die Weiterbildung (Weiterbildungsgesetz, WeBiG) · 59 Seiten

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chen. Für die ältere Generation hat insbesondere der Erwerb von Grundkenntnissen in Informations- und Kommunikationstechnologien eine wichtige Bedeutung, um möglichst lange selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Chancengleichheit

Verschiedene Faktoren können eine Teilnahme an Weiterbildung erschweren oder gar verunmöglichen. Dazu zählen zum Beispiel mangelnde Zeit, persönliche und familiäre Gründe (Vereinbarkeit von Beruf, Weiterbildung und Familie), geografische Erreichbarkeit aber auch das Fehlen von Grundkompetenzen Erwachsener wie Lesen, Schreiben, Alltagsmathematik und Anwenden von Informations- und Kommunikationstechnologien. Ferner wird in den Angeboten häufig nicht den besonderen Bedürfnissen, namentlich von Migrantinnen und Migranten oder von Menschen mit Behinderungen,

Rechnung getragen.

Der Verbesserung der Chancengleichheit ist daher gezielt Rechnung zu tragen.

Internationales Umfeld

Im internationalen Kontext wird Weiterbildung schon seit längerem als Schlüsselelement zum Konzept des lebenslangen Lernens verstanden (EU, OECD). Der Begriff des lebenslangen Lernens hat sich seit 1996, dem „Europäischen Jahr des lebenslangen Lernens“, international etabliert. Unter dem Begriff des lebenslangen Lernens werden sämtliche im Verlaufe des Lebens unternommenen Bildungsaktivitäten einer Person verstanden, die der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dienen.

Das lebenslange Lernen ist ein roter Faden der EU-Bildungsstrategie. Ziele im 2007 präsentierten Aktionsplan sind unter anderem die Verbesserung der Qualität der Angebote, eine stärkere Sensibilisierung für die Weiterbildung, die rasche Umsetzung des europäischen Qualifikationsrahmens und eine Verbesserung des Monitorings. Wichtige Instrumente für die Umsetzung sind zum einen die Bildungsprogramme, an denen die Schweiz seit 2011 als Vollmitglied teilnimmt. Zum andern zielt der Kopenhagen-Prozess, an dem die Schweiz über das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) beteiligt ist, auf die Förderung von Durchlässigkeit, Transparenz und Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt ab. Die Förderung der nicht-formalen Bildung als Teil des lebenslangen Lernens ist überdies eine Priorität des Europarates.

Seit 1949 organisiert die UNESCO alle zwölf Jahre eine Weltkonferenz für Erwachsenenbildung (Conférence Internationale sur l’Education des Adultes, CONFINTEA). Ziel der Weltkonferenzen ist es,

eine regelmässige Bestandsaufnahme über die Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich Weiterbildung zu erstellen und auf dieser Grundlage Empfehlungen zur Weiterentwicklung zu formulieren – unter anderen die Empfehlung zur Förderung der nicht-formalen Bildung von Jugendlichen. Die jüngste Weltkonferenz fand Ende 2009 in Brasilien statt.

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