Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/23: Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) · 68 Seiten
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Detaillierte empirische Fallstudien aus europäischen Ländern, Israel und den USA belegen das grosse Potential von «eHealth»-unterstützten Lösungen, welche lokale, regionale oder nationale Akteure im Gesundheitswesen vernetzen. Der Nutzen liegt nicht primär in den Kosteneinsparungen, sondern vor allem in der Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung und damit auch in der Effizienz der Arztpraxen und Spitäler. IKT-Lösungen unterstützen den Zugang zu einer sicheren, besseren und für Patienten und Patientinnen sowie Gesundheitsfachpersonen effizienteren Gesundheitsversorgung.3
Elektronische Gesundheitsdienste («eHealth») Unter «eHealth» oder «Elektronischen Gesundheitsdiensten» versteht man den integrierten Einsatz von IKT zur Gestaltung, Unterstützung und Vernetzung aller Prozesse und Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Gesundheitswesen. Die meisten nationalen Strategien und die Aktionspläne der internationalen Organisationen nennen die Verbesserung der Effizienz, der Qualität, der Sicherheit sowie die wirtschaftliche Stärkung als übergeordnete strategische Ziele von «eHealth»: – «eHealth» schafft einen Mehrwert, weil das Gesundheitswesen durch die Koordination der Akteure und der Prozesse effizienter wird; – «eHealth» ermöglicht durchgängige elektronische Prozesse, welche mithelfen, Diagnose- oder Behandlungsfehler zu reduzieren und damit Leben zu retten; – «eHealth» kann als neuer Wirtschaftsfaktor die Lebens- und Standortqualität erhöhen.4 Nachfolgend wird eine zentrale «eHealth-Anwendung», das elektronische Patientendossier, beschrieben.
3STROETMANN, Karl, DOBREV, Alexander, et al. Die Planung der Schweizerischen
«eHealth-Strategie» - zur Zukunft von «eHealth» unter föderalen Bedingungen. In: Swiss Medical Informatics 2010; 68, S. 4; Zum sozio-ökonomischen Nutzen von «eHealth» vgl. ebenfalls das Factsheet «Der Nutzen von eHealth» und die entsprechenden Quellenverweise; einsehbar unter http://www.e-health-suisse.ch/umsetzung/00184/ in-
dex.html?lang=de. Insbesondere sei auf eine Studie der Europäischen Kommission verwiesen, welche die Einführung von elektronischen Patientendossiers in insgesamt 11 europäischen Ländern untersuchte. Siehe dazu DOBREV, Alexander, et al. Report on the socio-economic impact of interoperable electronic health record (EHR) and ePrescribing systems in Europe and beyond. EHR IMPACT study. Bonn: empirica, 2009; FITTERER, René, et al. Was ist der Nutzen von eHealth? Eine Studie zur Nutzenevaluation von E-Health in der Schweiz. Health Network Engineering. Institut für Wirtschaftsinformatik. Hochschule St. Gallen: Mai 2009; TEISBERG, Elizabeth. Nutzenorientierter Wettbewerb im schweizerischen Gesundheitswesen: Möglichkeiten und Chancen. Zürich/Basel/Bern: economiesuisse, Klinik Hirslanden AG, Interpharma, SVV, Swisscom IT Services AG, 2008. ; Zum Nutzen von Klinikinformationssystemen vgl. Publikation «eHealth in der Praxis», S. 9-12 und 28f. von «eHealth Suisse» (Koordinationsorgan Bund-Kantone), einsehbar unter: http://www.e-health-suisse.ch/umsetzung/00203/index.html?lang=de sowie AMARASINGHAM, Ruben. Clinical Information Technologies and Inpatient Outcomes. Arch Intern Med. 2009; 169(2): 108-114 einsehbar unter http://archinte.ama-
assn.org/cgi/content/full/169/2/108.
4Siehe zum Ganzen: Umsetzung «Strategie eHealth Schweiz»: Empfehlungen zur rechtli-
chen Regelung: Bericht der «Expertengruppe eHealth» zuhanden des Eidg. Departements des Innern (EDI). 30. September 2010. Einsehbar unter:
http://www.bag.admin.ch/themen/gesundheitspolitik/10357/10359/index.html?lang=de