Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten
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Verhinderung des Wegbruchs bestehender Verkehre des kombinierten Verkehrs, indem der verstärkte Einsatz von Sattelaufliegern, welche in erster Linie Wechselbehälter als Transportgefäss ersetzen, möglich wird;
Schaffung von Kapazitäten für das künftige Verkehrswachstum im unbegleiteten kombinierten Verkehr, welches voraussichtlich zu einem grösseren Teil durch den Einsatz von Sattelaufliegern abgewickelt werden wird;
Möglichkeit der Beförderung von Sattelaufliegern für die Erschliessung zusätzlicher Verlagerungspotenziale, indem für bestehende Strassentransporte mit Sattelzügen die Transportkette im unbegleiteten kombinierten Verkehr neu oder mit einer erhöhten Attraktivität zur Verfügung steht.
Mit dem Ausbau der Gotthard-Achse zum 4-Meter-Korridor können die Produktivitätsfortschritte der Flachbahn auf der Gotthard-Achse mit den Vorteilen des 4- Meter-Korridors kombiniert werden. Dies erlaubt die Realisierung weiterer Produktivitätspotenziale der NEAT und eine Erhöhung der Verlagerungswirkung, die mit der Inbetriebnahme der NEAT verbunden ist. Zudem ist es über die Gotthard-Achse möglich, wichtige Terminals im Raum Mailand zu erreichen.
Im Vorfeld zum Verlagerungsbericht 2011 und zu diesem Bericht wurden Analysen des Verlagerungsprozesses vorgenommen. Diese verdeutlichen das Verlagerungspotenzial, das mit der Verfügbarkeit des 4-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse verbunden ist.39 Gemäss diesen Analysen lassen sich durch die Infrastrukturausbauten der NEAT allein schätzungsweise im Jahr 2020 ca. 70 000 zusätzliche Schwerverkehrsfahrten auf der Strasse vermeiden; im Jahr 2030 sind es ebenfalls ca. 80 000 Fahrten. Der unbegleitete kombinierte Verkehr profitiert von einem Mehrvolumen in Höhe von etwas mehr als 105 000 Sendungen (2020) resp. 115 000 Sendungen (2030). Der Ausbau der Gotthard-Achse zum 4-Meter-Korridor kann dieses Mehrvolumen des unbegleiteten kombinierten Verkehrs stark erhöhen auf ca. 250 000 Sendungen. Die Verlagerungswirkung, d. h. die Reduktion der alpenquerenden Schwerverkehrsfahrten, erhöht sich mit der Verfügbarkeit des 4-Meter-Korridors auf ca. 210 000 Fahrten im Jahr 2020 und 240 000 Fahrten im Jahr 2030.
Unabhängig davon wird der Güterverkehr in den kommenden Jahren bis 2030 mit Sicherheit weiter zunehmen. Dies insbesondere im alpenquerenden Nord-Süd-Verkehr, der eine wichtige Verbindungsfunktion für die in Europa hochgradig miteinander verflochtenen Volkswirtschaften besitzt. Diese Gesamtmarktentwicklung kompensiert weitgehend den NEAT-Effekt. Für das Jahr 2020 werden trotz Inbetriebnahme der durchgehenden Flachbahn immer noch bis zu 1,5 Mio. schwere Güterfahrzeuge die Schweizer Alpen überqueren. Bei der durchgehenden Erweiterung der Gotthard-Achse auf einen 4-Meter-Korridor werden es noch ca. 1,35– 1,4 Mio. in den Jahren 2020 und 2030 sein.
Profitieren vom Gesamtmarktwachstum wird eindeutig der unbegleitete kombinierte Verkehr. Dessen Marktvolumen steigt bis zum Jahr 2020 auf den schweizerischen alpenquerenden Bahnachsen auf bis zu ca. 1,2 Mio. alpenquerende Sendungen an, bis ins Jahr 2030 werden 1,3 Mio. alpenquerende Sendungen erwartet. Die Verfügbarkeit eines 4-Meter-Korridors würde rund 250 000 Sendungen zu diesem Volumen beitragen.
39 In Anschluss an den Verlagerungsbericht wurden die Analysen der Verlagerungswirkung von NEAT und 4-Meter-Korridor weiter vertieft, weshalb die Angaben in diesem Text von jenen im Verlagerungsbericht teilweise abweichen können.