Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten
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gewonnen werden. Die Abstimmung jedes Wagens mit dem verladenen Sattelauflieger bedingt eine besondere Technologie auf dem Wagen und spezielle Abläufe beim Verlad. Beides sind wiederum Kostenfaktoren, die den Nutzen aus der Beförderung von hochprofiligen Behältern schmälern.
Vor allem zwei Unternehmen – Modalohr und CargoBeamer – entwickeln zurzeit alternatives Rollmaterial mit diesen Eigenschaften. Beide bauen auf Technologien für den horizontalen Verlad von Sattelaufliegern auf. Beim horizontalen Umschlag werden die Sattelauflieger nicht mit einem Kran gehoben, sondern mit einer Vorrichtung oder mit dem Sattelzugfahrzeug direkt auf den Bahnwagen geschoben. Dafür werden spezielle Terminals benötigt. Jedoch ist der vertikale Umschlag mittels Kran oder mobilen Umschlaggeräten (konventioneller UKV) bei beiden Technologien – wenn auch unter erschwerten Bedingungen – möglich.
Das System, auf dem Modalohr aufbaut, ist derzeit auf zwei Relationen, zwischen Bettembourg (Luxemburg) und Perpignan (Frankreich) sowie zwischen Aiton (Frankreich) und Orbassano (Italien) seit mehreren Jahren im kommerziellen Betrieb. Nach Angaben des Herstellers können durch verschiedene Anpassungen am bestehenden Modalohr-Wagen Sattelauflieger mit bis zu vier Meter Eckhöhe über die Gotthard-Achse mit Lichtraumprofil EBV 1/P60 transportiert werden. Vom neuen Modalohr-Wagen besteht jedoch weder ein Prototyp, noch ist dieser zugelassen. Das Unternehmen Modalohr strebt eine Zulassung in der Schweiz, Deutschland und in Italien noch für das Jahr 2012 an.
CargoBeamer ist eine neue Technologie, die im Jahr 2010 den Versuchsbetrieb aufgenommen hat. Ein Versuchsterminal wurde in Leipzig erstellt. Kommerziell und für grössere Transportmengen ist CargoBeamer noch nicht erprobt. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat im Mai 2011 die Zulassung des Rollmaterials von Cargo-Beamer für das Schweizer Schienennetz erteilt, jedoch ist nicht belegt, ob damit Sattelauflieger mit einer Eckhöhe von vier Metern transportiert werden können.
Mit der Förderung dieser Technologien wäre in der Einschätzung des Bundesamts für Verkehr die Verlagerung von rund 100 000 Sattelaufliegern technisch möglich. Dabei kann das alternative Rollmaterial entweder im herkömmlichen UKV oder im Horizontalverlad zum Einsatz kommen. Für den Horizontalverlad braucht es mindestens je ein Terminal im Norden und Süden der Schweiz bzw. der Schweizer Alpen. Die finanzielle Förderung dieser Technologien könnte über Betriebsabgeltungen für den kombinierten Verkehr und über Investitionshilfen für Terminals auf Grundlage der BGFV49 erfolgen.
Wenn es gelingt, diese Angebote im alpenquerenden Schienengüterverkehr umzusetzen, wäre dies eine interessante Zwischenlösung, da das Rollmaterial 5 bis 7 Jahre vor Inbetriebnahme des 4-Meter-Korridors zur Verfügung stehen könnte. Alternatives Rollmaterial kann jedoch kein vollwertiger Ersatz für den Profilausbau am Gotthard-Korridor sein. Um genügend Sattelauflieger im unbegleiteten kombinierten Verkehr über die Alpen befördern zu können, müssten beidseits der Alpen mehrere neue Grossterminals für den Horizontalverlad errichtet werden. Vor allem im Norden Italiens zeigen die Erfahrungen jedoch, dass es sehr schwierig ist, zusätzliche Standorte in nötiger Qualität und Grösse für die Terminals zu finden. Zudem handelt es sich bei diesen Technologien um neue Angebote, deren Akzeptanz durch Transporteure und Verlader noch nicht erwiesen ist. Eine Studie hält im Weiteren zu
49 SR 740.12