Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten
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Umschläge pro Jahr geprüft. Es wurden sieben Standorte im Kanton Tessin untersucht und bewertet: Bodio Monteforno, Bodio Installationsplatz NEAT, Biasca TTG, Cadenazzo, Lugano Vedeggio, Stabio und Chiasso. Als achter Standort wurde Grandate im norditalienischen Raum in der Nähe des Südportals des Monte-Olimpino-II-Tunnels mit in die Evaluation einbezogen.
Die Überprüfung ergab, dass nur Terminals nahe der Grenze in Frage kommen, um eine zusätzliche verkehrliche Belastung des Tessins zu verhindern. In einem zweiten Schritt wird die Machbarkeit an den Terminal-Standorten Lugano Vedeggio und Chiasso vertieft untersucht. Ebenfalls einer Abklärung bedarf in diesem Zusammenhang die Zollproblematik: Die Attraktivität der Terminals wird erhöht, wenn keine Verzollung der Waren nötig ist, weil der Transport im Transit von einem EU-Staat in einen anderen EU-Staat erfolgt. Falls ein Terminalstandort in der Schweiz gewählt wird, muss abgeklärt werden, ob bspw. eine Zollfreistrasse eingerichtet werden kann.
Die Umsetzung und Finanzierung der Terminals ist nicht Gegenstand dieser Vorlage. Auf Grundlage der Verordnung über die Förderung des Bahngüterverkehrs (BGFV)47 kann der Bund Darlehen und Beiträge in Form einer Investitionshilfe an Terminalprojekte ausrichten.
1.2.1.3 Verworfene Ausbau-Alternative
Der Zweck des 4-Meter-Korridors erfüllt sich nur, wenn die Zulaufstrecken im Norden und Süden in genügender Qualität und Kapazität vorliegen. Die Anschlüsse im Norden sollten keine Schwierigkeiten bereiten. Im Süden muss Italien diverse Streckenabschnitte ausbauen, damit die Verkehre des 4-Meter-Korridors weitergeführt werden können. Massnahmen zum Ausbau des Lichtraumprofils in Italien sind geplant, jedoch ist deren Finanzierung noch offen (siehe Kapitel 1.1.3.2). Vor diesem Hintergrund wurde geprüft, ob dem Bundesrat eine Steuerungsmöglichkeit gewährt werden kann, um auf den Zeitpunkt des Ausbaus in Italien reagieren zu können. Diese Steuerungsmöglichkeiten entsprächen in Form eines Zwischenschritts einer zeitlichen Verschiebung des Ausbaus des Bözberg- und Villnacherntunnels, einer Umfahrung über den Hauenstein sowie dem Ausbau von Umschlagskapazitäten im Süden der Schweiz.
Die grösste Investition für den 4-Meter-Korridor ist der Bözbergtunnel mit einem Kostenumfang von von 361 Millionen Franken. Aufgrund der Höhe des Investitionsvolumens für dieses Objekt wurde geprüft, wie diese Teilstrecke umfahren werden könnte. Es sind zwei Routen möglich:
Umfahrung via Hauenstein,
Umfahrung via Koblenz–Turgi–Brugg,
Umfahrung via Hauenstein
Mit einer Fahrplanstudie wurde untersucht, ob pro Stunde und Richtung ein bis zwei hochprofilige Züge via Hauenstein statt Bözberg ins Freiamt und auf die Gotthardstrecke geführt werden können. Aus betrieblicher Sicht ist diese Umfahrung erst
47 SR 740.12