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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

Plan soll dabei als Rahmenkonzept dienen, das die Umsetzung der Ziele auf nationaler

und regionaler Ebene fördert.56

Folgende langfristigen strategischen Ziele werden mit dem strategischen Plan verfolgt: Langfristige Ziele des

strategischen Plans

 Bekämpfung der Ursachen des Rückgangs der biologischen Vielfalt durch ihre

durchgängige Einbeziehung in alle Bereiche des Staates und der Gesellschaft;

 Reduktion des Drucks (die direkten Belastungen / negativen Einflüsse) auf die

Biodiversität und Förderung ihrer nachhaltige Nutzung;

 Verbesserung des Zustands der biologischen Vielfalt durch Sicherung der Ökosys-

teme und Arten sowie der genetischen Vielfalt;

 Erhöhung des sich aus der biologischen Vielfalt und den Ökosystemleistungen

ergebenden Nutzens für alle;

 Verbesserung der Umsetzung durch partizipative Planung, Wissensmanagement und

Kapazitätsaufbau.

Allen oben genannten langfristigen strategischen Zielen sind einzelne konkrete Ziele Aichi-Targets – konkrete zugeordnet, die von den Vertragsstaaten bis 2020 erreicht werden sollen. Im Bündel Ziele auch für die hat die Biodiversitätskonvention diesen Zielen die Bezeichnung «Aichi Targets» Schweiz

(Nagoya liegt in der Präfektur Aichi) gegeben. In denjenigen Bereichen, welche die

Schweiz betreffen, sind die Aichi-Ziele bei der Formulierung der strategischen Ziele

der Schweiz, angepasst an unsere landesspezifischen Besonderheiten, zu berücksichti-

gen. Die Konkretisierung des Strategischen Plans auf EU-Ebene wurde mit der Veröf-

fentlichung der EU-Strategie57 am 3. Mai 2011 bekanntgegeben.

3.4 Globale Verflechtung

Die Verflechtung der Schweiz im internationalen Kontext ist vielfältig. So stammen

etliche genetische Ressourcen, die in der Schweiz in unterschiedlichen Sektoren (z. B.

Landwirtschaft, Pharma- und Biotechnologieindustrie, akademische Forschung) ge-

nutzt werden, aus anderen Ländern.

Andererseits wird auch die globale Biodiversität von der Schweiz beeinflusst. Seit Einfluss der Schweiz auf Mitte des letzten Jahrhunderts stieg der Ressourcenkonsum der Schweiz massiv an.58

die globale Biodiversität

Die Umweltbelastung, welche die inländische Endnachfrage im Ausland verursacht, ist

deutlich höher als die Umweltbelastung, die direkt im Inland verursacht wird.59 Denn

um diesen Konsum zu befriedigen, müssen Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigproduk-

te importiert werden (vgl. auch Abschnitt 6.10). Die Rohstoffgewinnung, die Produkti-

on, der Gebrauch, die Entsorgung und das Recycling dieser Güter haben alle – direkte

oder indirekte – Auswirkungen auf die globale Biodiversität.

Die Schweiz beeinflusst die globale Biodiversität auch durch ihre Importe und Exporte

von Dienstleistungen60 im Bereich der internationalen Wertschöpfungsketten inklusive

56 Strategischer Plan (Strategic Plan for Biodiversity 2011–2010 and the Aichi Targets). www.cbd.int/doc/strategicplan/2011–2020/Aichi-Targets-EN.pdf

57 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts - und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen, Lebensversicherung und Naturkapital: Eine Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020, Brüssel, den 3.5.2011. Annahme durch den Rat am 21. Juni 2011 58 BFS Aktuell 2008: Monitoring der Nachhaltigen Entwicklung. Die Schweiz in einer globalisierten Welt. Online verfügbar unter www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/21/22/publ.Document.114903.pdf [Stand: 29.07.2011] 59 Jungbluth N. et al. 2011: Environmental Impacts of Swiss Consumption and Production. Environmentally extended input-output-analysis. ESU-services GmbH, Rütter+Partner, im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Bern

60 Z. B. Beratung, Technologietransfer