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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

Die Arbeit zur Erhaltung der genetischen Ressourcen richteten sich bis anhin insbeson- Bisherige dere nach den relevanten Artikeln der Biodiversitätskonvention sowie nach den soge- Anstrengungen nannten Bonner Leitlinien über ABS96. Im Bereich der Mikroorganismen leistete der Bund einen Beitrag zum Aufbau einer nationalen Stammsammlung für Mikroorganismen97. Die Mehrheit der botanischen Gärten der Schweiz wurden einem internationalen Pflanzenaustauschnetzwerk angeschlossen. Die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) führt seit mehreren Jahren ein Sensibilisierungsprogramm betreffend Nutzung der genetischen Ressourcen in der akademischen Forschung. Der Erhaltung der waldgenetischen Ressourcen in der Schweiz Rechnung getragen wird – neben einer möglichst natürlichen Verjüngung der Bestände – durch Verwendung von standortgerechtem Vermehrungsgut bei künstlicher Verjüngung, durch gezielte Förderung seltener Baumarten sowie durch das Ausscheiden von Wäldern von besonderem genetischem Interesse. Im Landwirtschaftsbereich wird die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen und ihrer verwandten Wildarten durch den nationalen Aktionsplan (NAP98) unterstützt. Zudem trat 2004 der internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für die Ernährung und Landwirtschaft99 in Kraft, der übereinstimmend mit der Biodiversitätskonvention, die Erhaltung, die nachhaltige Nutzung und den gerechten Vorteilsausgleich zum Ziel hat. Für tiergenetische Ressourcen wurde ein Konzept zur Erhaltung der Rassenvielfalt der landwirtschaftlichen Nutztiere ausgearbeitet. Private Initiativen, wie ProSpecieRara100, tragen ebenfalls stark zur Erhaltung der Pflanzensorten und Tierrassen bei. Schliesslich hat die Schweiz am 11. Mai 2011 das Nagoya-Protokoll über ABS unterzeichnet, und der Bundesrat hat das UVEK beauftragt, eine Ratifikationsbotschaft auszuarbeiten.

96 Bonner Leitlinien über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte und ausgewogene Beteiligung an den Vorteilen aus ihrer Nutzung. www.abs.bfn.de/fileadmin/ABS/documents/Bonn-Guidelines_englischdeutsch_Druckfassung.pdf 97 Culture Collection of Switzerland (CCOS). www.ccos.ch

98 Nationaler Aktionsplan zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (NAP-PGREL). www.cpc-skek.ch/deutsch/nap_projekte/infos.html 99 Internationaler Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft, SR 0.910.6 100 ProSpecieRara: Schweizerische Stiftung für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren. www.prospecierara.ch