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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
Massnahmen bildet, die in vierjährigen Umsetzungsplänen konkretisiert werden. Darin
sind langfristige Visionen (bis 2030) über den gewünschten Zustand des Waldes,
davon abgeleitete quantifizierte Ziele für die Periode 2010–2020 sowie die Strategie
zur Zielerreichung festgehalten. Hauptziel der Waldpolitik 2020 ist die Sicherstellung
einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Dabei ist der Wald so zu bewirtschaften, dass
er seine Funktionen und Leistungen nachhaltig und gleichwertig erfüllen kann. Dies
sind: Gestaltung der Landschaft, Schutz von natürlichen Ressourcen, Holz und andere
Waldprodukte, Artenvielfalt und Lebensräume, Schutz vor Naturgefahren sowie Frei-
zeit- und Erholungsraum.
Der Bund fördert in Form von Programmvereinbarungen mit den Kantonen die biolo-
gische Vielfalt im Wald. Dabei werden die Einrichtung von Waldreservaten und Alt-
holzinseln sowie die gezielte Förderung von prioritären Tier- und Pflanzenarten und
ihren Lebensräumen (Waldränder, Selven, Wytweiden, Mittelwald) unterstützt. In den
übrigen Waldbeständen braucht es zudem zur nachhaltigen Erhaltung des Waldes und
zur Förderung der biologischen Vielfalt flächendeckend eine naturnahe Waldbewirt-
schaftung.
6.2 Landwirtschaft
Mit der Landwirtschaft hat der Mensch über Jahrhunderte einen Beitrag an die Erhal- Wertvolle Lebensräume tung der Vielfalt von Lebensräumen und von damit verbundenen Arten geleistet. entstanden durch die Feucht- sowie Trockenwiesen und -weiden, die dank der Bewirtschaftung entstanden Landwirtschaft
sind und erhalten wurden, beherbergen einen Grossteil der Schweizer Artenvielfalt.
Zahlreiche für die Landwirtschaft wesentliche Ökosystemleistungen wie Bildung und Biodiversität - Grundlage Erhaltung fruchtbarer Böden, Bestäubung und biologische Schädlingsbekämpfung für eine funktionierende hängen von der Biodiversität ab. Die genetische Vielfalt bei den Nutztierrassen und Landwirtschaft
Kulturpflanzen sowie bei den mit diesen verwandten Wildarten ist eine wichtige
Ressource. Sie bietet die Möglichkeit, die zukünftige landwirtschaftliche Produktion an
veränderte Markt-, Produktions- und Umweltbedingungen anzupassen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Landwirtschaftspolitik auf Produktionssteige- Verlust an Biodiversität rung und Rationalisierung ausgerichtet. Mit einem starken und dauerhaften öffentli- durch Intensivierung der chen Engagement sollte die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung erreicht werden. Landwirtschaft
Die Intensivierung der Nutzung, die Vergrösserung und Vereinheitlichung der Parzel-
lenflächen, die Nutzungsaufgabe in schwer zugänglichen Gebieten, der zunehmende
Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie die Mechanisierung der Land-
wirtschaft haben seit Mitte des letzten Jahrhunderts zu Verlusten an Biodiversität im
Kulturland geführt. Naturnahe Strukturen, welche die Bewirtschaftung erschwerten,
wurden entfernt: Sträucher, Einzelbäume, Raine, Hecken, Steinhaufen, Tümpel und
topografische Unebenheiten wurden beseitigt, Waldränder begradigt und Bäche einge-
dolt. Grosse Feuchtgebiete wurden entwässert. Viele Arten haben dadurch ihren Le-
bensraum verloren und sind auf lokaler oder regionaler Ebene verschwunden oder
selten geworden. Tief greifend waren die Veränderungen bei der Qualität des Grün-
lands infolge einer markanten Nutzungsintensivierung im Mittelland. Diese Entwick-
lung greift seit Ende des letzten Jahrhunderts mehr und mehr auf gut erreichbare und
einfach zu bewirtschaftende Flächen im Berggebiet über. Die Wiesen und Weiden der
Schweiz sind dadurch im letzten Jahrhundert deutlich artenärmer geworden. Abge-
nommen haben vor allem die charakteristischen Arten traditionell genutzter Wiesen
und Weiden. Neben der direkten Beeinflussung der Biodiversität durch die Nutzungs-
formen beeinflusst die Landwirtschaft die Biodiversität auch indirekt, beispielsweise