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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

angelegt werden, dass eine Anpassung der Lebensräume an klimainduzierte Verände-

rungen möglich ist.

Mit dem Projekt Réseau Ecologique National (REN)92 hat der Bund 2004 seine Vision

Réseau Ecologique

für einen landesweiten Verbund von Lebensräumen dargelegt. Anhand detaillierter National (REN) als Vision Karten werden wichtige Gebiete zum Schutz von seltenen und gefährdeten Lebens- für einen landesweit räumen und Arten und deren Vernetzungsachsen geografisch aufgezeigt. Dabei wird vernetzten Lebensraum nicht nur die diesbezüglich aktuelle Situation ausgewiesen, sondern auch das Potenzial

der Landschaft berücksichtigt. Aus den Ergebnissen dieses Projekts kann abgeleitet

werden, dass für die Sicherstellung der Biodiversität und ihrer Funktionen mehr Flä-

chen als heute einen Beitrag leisten müssen. Eine Aktualisierung der Unterlagen soll

die Flächenbedürfnisse präzisieren.

Die langfristige qualitative und quantitative Sicherung von Flächen ist Voraussetzung Voraussetzungen für die für die Erhaltung der Ökosysteme und ihrer Leistungen. Dabei soll die Versiegelung qualitative und

verringert und die Zerschneidung von Lebensräumen möglichst vermieden werden. quantitative Sicherung Zudem braucht es eine gezielte Förderung einer auf Nachhaltigkeit beruhenden und der Lebensräume insbesondere den spezifischen Eigenheiten der Lebensraumtypen angepassten Nutzung

in allen Räumen (Siedlungsraum, Landwirtschaftsflächen, Wald).

Um den Arten langfristige Überlebenschancen zu bieten, müssen ihre Lebensräume Handlungsfelder für den genügend gross sein, eine gute Qualität aufweisen und sinnvoll auf der Landesfläche Lebensraumschutz verteilt sein.93 Für die Weiterführung des Lebensraumschutzes stehen in Zukunft des-

halb die nachstehenden Handlungsfelder im Vordergrund:

 Die bestehenden Schutzgebiete müssen richtig gepflegt und wo nötig regeneriert

werden. Wo notwendig müssen bestehende Schutzgebiete vergrössert und neue

Schutzgebiete geschaffen und vernetzt werden. Dabei soll die Verantwortung der

Schweiz für die repräsentative Erhaltung aller ihrer verschiedenen Lebensräume be-

rücksichtigt werden. Auch die Anpassungsmöglichkeit der Ökosysteme an den Kli-

mawandel muss sichergestellt werden.

 Es braucht eine Verbesserung der Instrumente in der Raumordnungspolitik, weil

diese mit ihrer Koordinationsfunktion die Entwicklung des Raumes einschliesslich

seiner Bedeutung für die Biodiversität steuernd beeinflusst. Die Weiterentwicklung

des REN soll zudem den Akteuren aus den für die Biodiversität relevanten Sektoren

räumliche Grundlagendaten bieten, auf welchen die Handlungen zur Erhaltung und

Förderung der Biodiversität basieren können.

 Die Reduktion der Einträge von Mikroverunreinigungen in die Gewässer, sowohl

aus der Siedlungsentwässerung als auch aus diffusen Quellen, z. B. aus der Land-

wirtschaft, stellt die Wasserwirtschaft vor neue Herausforderungen. Im Zuge der

verstärkten Förderung erneuerbarer Energien steigt der Druck auf die Gewässer

durch die vermehrte Nutzung der Wasserkraft, auch an bisher noch ungenutzten

Gewässern. Deshalb soll ein sektorenübergreifender Ansatz die sektorale Betrach-

tungsweise zunehmend durch ein integrales Gewässermanagement ablösen.

92 Réseau Ecologique National (REN). www.bafu.admin.ch/schutzgebiete-inventare/09443/index.html?lang=fr 93 Lawton, J.H. et al. 2010: Making Space for Nature: a review of England’s wildlife sites and ecolo gical network. Report to Defra.