Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/123: Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastruktur (Finanzmarktinfrastrukturgesetz, FinfraG) · 136 Seiten

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zen ab (Verhältnis 19%:81%). Das Depotvolumen der SIX SIS AG betrug im Jahr 2012 rund 2 011 Milliarden Franken aus der Schweiz und 676 Milliarden Franken aus dem Ausland; die Anzahl abgewickelter Transaktionen betrug 15.1 Millionen aus der Schweiz und 8.6 Millionen aus dem Ausland.

3.1.2 Derivatehandel

Kennzahlen

Der OTC-Derivatemarkt in der Schweiz betrug Ende 2012 gemessen am offenen Kontraktvolumen (sog. Notional Amount Outstanding, NAO; ohne Netting) der Schweizer Finanzinstitute (mit in- und ausländischen Gegenparteien) schätzungsweise rund 90 000 Milliarden Franken. Weltweit betrug das offene Kontraktvolumen mit OTC-Derivaten Ende 2012 rund 633 000 Milliarden US-Dollar115. Von 2002 bis 2008 sind die Umsätze mit OTC-Derivaten in der Schweiz (und weltweit) stark angestiegen. Hingegen ist im gleichen Zeitraum der Anteil an Absicherungsgeschäften (sog. Hedging-Transaktionen) stetig zurückgegangen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass vermehrt Derivatgeschäfte mit einem Handels- oder spekulativen Hintergrund abgeschlossen werden. Das Volumen (gemessen an NAO) von OTC-Derivaten hat sich seit 2004 weltweit beinahe verdreifacht. Das starke Wachstum ist dabei primär auf den Anstieg der Volumen mit Zinsderivaten zurückzuführen, während die Volumen der anderen Derivateklassen im selben Zeitraum auf tieferem Niveau relativ konstant geblieben sind.

Die Hauptakteure im Derivatemarkt sind grosse Finanzinstitute. UBS AG und Credit Suisse AG gehören zu den weltweit grössten 16 Derivatehändlern, den «G-16 Dealers». Das offene Kontraktvolumen in der Schweiz entfällt zum überwiegenden Teil auf die beiden Grossbanken. Im Verhältnis dazu ist das Volumen der übrigen Finanzinstitute sehr gering. Nichtfinanzielle Gegenparteien machen in der Schweiz rund 5% des NAO der Grossbanken aus. In der Schweiz werden denn auch über 90% aller OTC-Devisen- und Zinsderivate mit einem Finanzinstitut als Gegenpartei abgeschlossen.116 Transaktionen zwischen Nicht-Finanzinstituten gibt es, wenn überhaupt, nur sehr selten.

Derivatemärkte sind stark international ausgerichtet. Das zeigt sich daran, dass weltweit mehr als die Hälfte aller Derivatetransaktionen grenzüberschreitend abgeschlossen werden.117 Dies gilt insbesondere auch für die Schweiz: 2010 wurden 87% der Devisen-118 und 95% der Zinsderivate119 sowie 2013 69% der Devisen- und beinahe 100% der Zinsderivate mit einer Gegenpartei im Ausland abgeschlossen (gemessen am handelstäglichen Umsatz).120 Die EU ist für die Schweiz der wichtigste Handelspartner im Derivatgeschäft: Die überwiegende Mehrheit aller Transaktionen von Schweizer Gegenparteien wird mit einer Gegenpartei in der EU abge-

115 BIZ Statistik (2013); http://www.bis.org/publ/rpfx13fx.pdf.

116 SNB Statistik (2013), http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20130905/source/pre_20130905.de.pdf

117 Die Anteile können je nach Derivateklasse variieren.

118 Devisenswaps und Outright Forwards

119 Zinsderivate sowie Währungsswaps und -Optionen

120 SNB Statistik (2013) http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20130905/source/pre_20130905.de.pdf