Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/46: Energiestrategie 2050 · 138 Seiten
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Die Energieperspektiven 2050 führten unter anderem zu folgenden Ergebnissen (definitive Endresultate Stand August 2012):
− Mit Weiterführung der heutigen Energiepolitik (Szenario Weiter wie bisher) und ohne verstärkte Massnahmen steigt der Stromverbrauch trotz immer effizienteren Geräten und Anwendungen bis im Jahr 2020 auf 61 Terawattstunden TWh (221 Petajoule PJ), bis 2035 auf 64 TWh (232 PJ) und bis 2050 auf 69 TWh (249 PJ) an. Dies aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums, von Mehrfachausstattungen in den Haushalten (z.B. Zweitfernseher) oder neuer elektronischer Geräte und Anwendungen sowie grösserer Wohnfläche pro Person. Zudem nimmt ab 2035 die Elektrifizierung des Verkehrs zu. Demnach steigt der Landesverbrauch bei der Elektrizität, inklusive der Energie für Pumpspeicherkraftwerke, bis 2050 auf 74,8 TWh (269,2 PJ) an.
− Der Endenergieverbrauch liegt mit Fortführung der bestehenden Energiepolitik im Jahr 2020 bei 219 TWh (788 PJ), im Jahr 2035 bei 196 TWh (706 PJ) und 2050 bei 183 TWh (658 PJ).
− Mit bestehendem Kraftwerkspark und mit der Weiterführung der bisherigen Energiepolitik wird der Deckungsbedarf zwischen 2020 und 2050 um rund 41 TWh ansteigen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die langfristigen Strombezugsverträge mit Frankreich stufenweise auslaufen werden (2'455 MW bis 2015, 1'466 MW bis 2020, 1'266 MW bis 2030, 100 MW bis 2040) und ältere Kraftwerke dereinst durch neue Stromproduktionsanlagen ersetzt werden müssen. Im Jahr 2020 beträgt der Deckungsbedarf 0,7 TWh, 2035 zirka 35 TWh und 2050 rund 41 TWh.
− Das nachhaltig nutzbare Potenzial der erneuerbaren Energien liegt bei geschätzten 24,22 Terawattstunden (TWh) bis 2050. Auf die Photovoltaik fallen dabei 11,12 TWh, auf Wind 4,26 TWh, Biomasse 1,24 TWh, Geothermie 4,39 TWh sowie ARA, KVA und Biogas zusammen 3,21 TWh.
− Das Zubaupotenzial bei der Gross- und Kleinwasserkraft liegt bei rund 3,2 TWh (mit Speicher 8,62 TWh).
− Der autonome Zubau von Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen liegt 2025 bei rund 2 TWh und in 2050 bei 3,45 TWh.
− Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und der blossen Weiterführung der bestehenden Energiepolitik wird der CO2-Ausstoss im Jahr 2020 zwischen 34,7 und 35 Millionen Tonnen, im Jahr 2035 zwischen 32,3 und 34,7 sowie 2050 zwischen 25,2 und 30 Millionen Tonnen liegen (je nach Zusammensetzung des Kraftwerkparks). Im Jahr 2000 betrug der energiebedingte CO2-Ausstoss 39,2 Millionen Tonnen.
Die detaillierte Beschreibungen der Modelle, der Rahmendaten und der Annahmen sowie die Ergebnisse sind den entsprechenden Grundlagenberichten zu entnehmen48.
1.2.2 Grundsatzentscheid von Bundesrat und Parlament
Abstützend auf den ersten Zwischenresultaten aus der Aktualisierung der Energieperspektiven
– diese weichen nur unwesentlich von den nun seit August 2012 vorliegenden Endresultaten ab – und weiteren, energiepolitischen Entscheidungsgrundlagen hat der Bundesrat am 25. Mai 2011 den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen (Stromangebotsvariante 2).
48 Die Energieperspektiven 2050, Bundesamt für Energie, Prognos AG, Basel und Ecoplan AG, Bern. Abrufbar im Internet unter: www.bfe.admin.ch, Rubrik Energiestrategie 2050.