Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/68: Neue Verordnung des UVEK über die Beteiligung der Infrastrukturbetreiberinnen an den Vorhaltekosten der Wehrdienste für Einsätze auf Eisenbahnanlagen (VWEV) · 8 Seiten
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Erläuterungen VWEV - ENTWURF Anhörung Juli 2012
Weiter müssen die Angehörigen der Feuer- und Chemiewehren Normal und Plus für Einsätze in Tun-
nel ausgebildet sein. Die Tunnelausbildung ist Teil der erwarteten Ausbildung dieser Wehrdienste; für
die Organisation und Kostentragung gelten die gleichen Regeln wie für die übrigen Ausbildungsbe-
standteile. Dagegen ist bei den Chemiewehren Wasser keine Tunnelausbildung erforderlich.
Einsatzübungen
Die Alarmierung, der Einsatz sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten bei Ereignissen auf Eisen-
bahnanlagen werden regelmässig geübt. Häufigkeit, Umfang und Themen der Übungen auf Eisen-
bahnanlagen werden insbesondere in Abhängigkeit des Risikos sowie der Komplexität und Spezifizität
der potenziellen Einsätze definiert.
Leistungsfähigkeit der Betriebswehren
Die Leistungsfähigkeit der Betriebswehren am 1. Januar 2011 wird wie folgt beschrieben.
Betriebswehr SBB
Die Betriebswehr SBB ist Teil der Geschäftseinheit Intervention und arbeitet als professionelle Organisation an 15, als Milizorganisation an zusätzlichen 2 Standorten in der Schweiz. Sie ist bei Ernstfalleinsätzen auf dem Streckennetz oder in dessen unmittelbarer Umgebung für den Schutz von Menschen, Umwelt und Material zuständig.
Die Betriebswehr SBB ist für folgende Aufgaben zuständig:
- Schutz, Rettung und Betreuung der Reisenden und des Bahnpersonals
- Brandschutz und Brandbekämpfung
- Schutz von Bahninfrastruktur, Schienenfahrzeugen und Gebäuden
- Schutz der Umwelt nach Unfällen mit gefährlichen Stoffen
- Evakuierung von Reisezügen auf schwer zugänglichen Streckenabschnitten (Bsp. Brücken und
Tunnel)
- Schadensbegrenzung nach Ereignissen und möglichst rasche Wiederaufnahme des Bahnbetriebes
- Aufgleisungen von Schienenfahrzeugen
- Erden der Fahrleitung
Organisation:
- 15 Standorte mit je einem Lösch- und Rettungszug (LRZ), um die Ereignisorte, basierend auf einer
Risikobeurteilung der Strecken, innerhalb von 30 bis 90 Minuten zu erreichen.
- 9 Standorte verfügen über einen Hilfswagen
- 2 Standorte mit Milizsystem in Chiasso und im Rangierbahnhof Limmattal (ohne LRZ).
- Ein LRZ ist in der Regel mit vier Mitarbeitenden besetzt (Einsatzleiter, Gruppenführer, 2 Lokführer).
Bei kurzfristigen Ausfällen oder Personalunterbestand kann der Mannschaftsbestand ausnahmsweise reduziert werden.
- Bei Ausfall des LRZ wird der betroffene Standort mit dem Reserve-LRZ ausgerüstet. Wird dieser
bereits andernorts eingesetzt, organisiert der Standort nach Möglichkeit eine herkömmliche, dieselmotorige Lok zum Abschleppen von havarierten Zügen (keine Feuerwehr-Einsätze).