Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2012/80: Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Auswirkungen des Betriebs des Flughafens Zürich auf das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland · 14 Seiten

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Andere Vernehmlassungsteilnehmer plädieren für eine Kanalisierung der Bewegungen.36 Oft wird eine Mehrbelastung für die eigene Region befürchtet und/oder auf das Umweltschutzgesetz verwiesen, welches vorsieht, möglichst wenige Personen zu belasten.37 In einigen Stellungnahmen wird gefordert, dass bei der Betrachtung der Lärmbelastung nicht nur die Anzahl der betroffenen Personen, sondern auch die Intensität des Lärms ein entscheidendes Kriterium sein müsse.38 Skyguide verweist darauf, dass häufige Konzeptwechsel die Komplexität erhöhen.

Der Standortkanton Zürich erachtet eine Verteilung der Flugbewegungen nicht als zielführend. In seiner Stellungnahme weist er darauf hin, dass die angrenzenden Kantone so gut wie keine Lärmgrenzwertüberschreitungen aufweisen. Er spricht sich daher tendenziell für eine Konzentration der Bewegungen aus und er lehnt jede Lösung ab, die dem Kanton Zürich zur Entlastung weniger stark betroffener Regionen mehr Lärm bringt. Zusätzliche Anflüge von Osten am frühen Morgen befürwortet jedoch auch der Kanton Zürich nicht.

Die Interessensgemeinschaft West und der Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich geben zu bedenken, dass der ZFI (Zürcher Fluglärmindex) in jedem Fall eingehalten werden müsse.39 Schliesslich verweisen einige Stellungnahmen auf die zukünftigen Vorteile durch die fortschreitende technische Entwicklung bei lärmschonenden Flugzeugtypen.40

2.4.2 Gekrümmte Nordanflüge41

Die Reaktionen auf die geplante Einführung von gekrümmten Anflugverfahren fallen kontrovers aus. Während die Aviatik- und Wirtschaftsverbände, der Kanton Zürich sowie Bürgerorganisationen im Süden des Flughafens diese Neuerung befürworten42, lehnen die allenfalls betroffenen Regionen eine Lancierung deutlich ab.43

Die nördliche Flughafenregion lehnt den gekrümmten Nordanflug ab.44 Im Osten der Schweiz sprechen sich insbesondere die Verbände Region Ost und Regio Wil gegen eine Einführung des gekrümmten Anflugs von Osten aus. Neben den befürchteten zusätzlichen Anflügen abends sei eine erneute Belastung durch Anflüge am Morgen nicht zumutbar.45 Der Kanton Schaffhausen wendet sich gegen eine Mehrbelastung für die Ortschaften Rüdlingen und Buchberg durch den gekrümmten Anflug von Osten.

Der Kanton Aargau betont, dass bei einer Einführung des gekrümmten Anflugs von Westen eine Doppelbelastung abends und morgens für die Region Surbtal resultiere. Gegen den gekrümmten Anflug von Westen spreche weiter der fehlende Nachweis der Durchführbarkeit und das Überfliegen von Atomanlagen.46

Der Kanton Zürich befürwortet Umsetzungsvarianten, welche morgens den gekrümmten Nordanflug vorsehen. Er betont, dass hinter der Absicht der im Staatsvertrag ausgehandelten Verkürzung der Sperrzeit von 06.00 auf 06.30 Uhr morgens, die Entlastung der dicht be-

36 Pro Flughafen, Flugschneise Süd nein; Stiftung gegen Fluglärm, Fluglärmforum Süd, Kanton Zürich. 37 Stiftung gegen Fluglärm, Verein Südschneise NEIN, Bezirk Uster, Bezirk Meilen. 38 SPS. 39 Stadt Zürich, IG West, Sbfz, GLP. 40 CVP, Schweizer Tourismusverband. 41 Der Vertrag ermöglicht gemäss Artikel 1 Absatz 2 die Einführung eines gekröpften Nordanflugs unter der Bedingung, dass der Mindestabstand zwischen der Deutschen Flugsicherung und Skyguide vereinbart und eingehalten wird. Derzeit wird geprüft ob und wie ein gekröpftes Anflugverfahren von Westen oder Osten her machbar ist. Noch steht nicht fest, ob die sicherheits- und kapazitätstechnischen Vorrausetzungen bis zum Jahr 2020 erfüllt sind. 42 Ebenso GLP, Bezirk Dietikon, Bezirk Meilen, Bezirk Uster, Bezirk Hinwil, Stiftung gegen Fluglärm. 43 IG Nord, Regio Ost. Ebenfalls lehnen die GPS und der VSC gekröpfte Anflugverfahren ab, da dadurch bisher nicht beschallte Gebiete belastet würden. 44 Interessensgemeinschaft Nord. 45 Gemeinderat Berg am Irchel, Gemeindepräsidentenverband Bezirk Andelfingen. 46 Ebenso IG Nord. Die SPS fordert eine unabhängige Expertise zum Thema Überflug von Kernkraftanlagen.