Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2012/80: Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Auswirkungen des Betriebs des Flughafens Zürich auf das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland · 14 Seiten
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siedelten Region südlich des Flughafens stehe.47 Weiter begrüsst beispielsweise auch die Stiftung gegen Fluglärm die Einführung von Anflugverfahren, bei denen generell weniger dicht besiedelte Gebiete überflogen werden.48 Die Flugsicherung Skyguide hält fest, dass die Einführung von gekrümmten Verfahren die Komplexität des Gesamtsystems eher erhöhe und sicherheitstechnische Vorbehalte zuerst geprüft werden müssten.
2.4.3 Südabflüge geradeaus
Auch Südabflüge geradeaus (sog. straight 16) werden von einigen Vernehmlassungsteilnehmenden thematisiert. Zum einen wird die Umsetzung des Staatsvertrags als Gelegenheit gesehen, Südabflüge geradeaus zur Komplexitätsreduktion einzuführen.49 Zum anderen verlangen betroffene Regionen im Osten des Flughafens, dass Südabflüge geradeaus zu ihrer Entlastung erneut geprüft werden müssten.50 Die Verbände südlich des Flughafens und der Kanton Zürich lehnen hingegen Südabflüge geradeaus mit Verweis auf die dichte Besiedelung dieser Region ab.51
2.4.4 Ausbau der Flughafen-Infrastruktur
Die Infrastrukturausbauten (Pistenverlängerung 28 und 32, Schnellabrollwege, Umrollung Pistenkopf 28) sind nicht explizit im Vertragstext erwähnt, stellen aber für den Bund eine Vorrausetzung für die sicherheits- und kapazitätstechnisch reibungslose Umsetzung des Staatsvertrags dar. Die Vernehmlassung hat gezeigt, dass die Ansichten, insbesondere was die Verlängerung der Piste 28 anbelangt, auseinandergehen.
Die Flughafen Zürich AG bezeichnet die Pistenverlängerung 28 und 32 als zwingende Voraussetzung für die Umsetzung des Vertrags und verweist darauf, dass die Kapazität ohne die Verlängerung spürbar reduziert werden müsste.52 Das Ostkonzept müsse mindestens gleich robust sein, wie das Nordkonzept, also dieselbe Stundenkapazität aufweisen und unter allen Wetter- und Betriebsbedingungen zuverlässig und mit geringer Komplexität zu betreiben sein. Weiter streicht Skyguide die Notwendigkeit umfassender sicherheitstechnischer Massnahmen zur Ertüchtigung eines zweiten Hauptkonzepts (neben dem Nordkonzept) hervor.
Im Sinne einer kontinuierlichen Sicherstellung des heutigen Flugbetriebs sprechen sich auch die FDP, die economiesuisse, die Swiss, die Luftfahrtverbände und ein Teil der Kantone für derartige Bauvorhaben aus.53 Zentral sei, dass der zukünftige Betrieb keinen Einschränkungen unterliege und die Kapazität weiterhin erhalten bleibe.54
Die SPS und andere Vernehmlassungsteilnehmer kritisieren hingegen, der Bundesrat zeige in der Botschaft nicht auf, wie die Umsetzung des Vertrags auch ohne diese Massnahmen – allenfalls auch unter Inkaufnahme von Kapazitätseinbussen – aussehen könnte.55 Auch die Grüne Partei lehnt den Ausbau ab, da sie darin ein Mittel zur unerwünschten Kapazitätssteigerung sieht.56 Schliesslich stehen auch die Gemeinwesen und Interessensverbände im Os-
47 ZH, SZ. 48 Fluglärmforum Süd, aviasuisse. 49 Skyguide. 50 Ernst Reutimann, Region Ost, Regio Wil, 51 Flugschneise Süd nein, Fluglärmforum Süd, Bezirk Meilen, Bezirk Uster. 52 FZAG, SIAA. 53 CP, Flugschneise Süd nein, Cargo Forum Schweiz, STV, SIAA, Komitee weltoffenes Zürich, Bezirk Hinwil, AI, SZ. 54 Aerosuisse, economiesuisse, Aviasuisse, Swiss, Cargo Forum Schweiz, Pro Flughafen. 55 SG, TG, Schweizer Städteverband, SGV. 56 Ebenso: Stiftung gegen Fluglärm, die eine zwischen Nachfrage und Angebot ausbalancierte Flughafenpolitik fordert, VCS, IG Nord. Die IG West und der Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen befürchten durch die Verlängerung der Piste 28 eine einseitige Entlastung der Region südlich des Flughafens.