Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 52 Seiten

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Um möglichst effiziente und umweltfreundliche Transporte zu ermöglichen, sollen die Besucher bereits ab Anreiseort den öffentlichen Verkehr benutzen. Dabei steht die maximale Ausnutzung der Transportkapazitäten der Bahn im Vordergrund. In zweiter Linie werden Busse eingesetzt, die ebenfalls bestmöglich ausgelastet werden, damit die Kapazitäten auf der Strasse optimal genutzt werden. Dazu ist eine konsequente Steuerung der Besucher und Fahrzeuge notwendig. Um die Kapazität zu erhöhen, sind jedoch punktuelle Ausbauten der Infrastrukturanlagen für Strasse und Schiene sowie verschiedene weitere Massnahmen erforderlich.

Noch nicht untersucht wurden die Verkehrsflüsse in Bezug auf die einzelnen Kundenströme (Sportler, Medienvertreter, Funktionäre etc.). Ebenfalls fand noch keine Abstimmung mit den Bereichen Sicherheit und Beherbergung statt, welche die Anforderungen an die Abwicklung des Verkehrs stark beeinträchtigen können. Die Verkehrssysteme geraten nahe an ihre Kapazitätsgrenzen und die Abwicklung des Verkehrs ist daher noch mit etlichen Risiken behaftet. Der Bereich Verkehr ist in der nächsten Planungsphase unbedingt detaillierter zu untersuchen. Dabei muss auch in Betracht bezogen werden, dass die verkehrliche Machbarkeit allenfalls auch Einschränkungen für die Organisation in anderen Bereichen mit sich bringen kann.

Im Rahmen der Erarbeitung des Verkehrskonzepts sind die Auswirkungen auf Luftqualität und hinsichtlich Lärm noch zu prüfen und darzulegen.

Öffentlicher Verkehr

Im Korridor Zürich-Chur beträgt die maximale Stundenkapazität 7 300 Personen pro Spitzenstunde und Hauptlastrichtung. Während der olympischen Spiele beträgt die Nachfrage bis zu 6 000 Reisende pro Stunde. Diese Nachfrage kann somit mit der möglichen Kapazität der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf diesem Korridor abgedeckt werden. Voraussetzung zur Sicherstellung der Sitzplatzkapazität ist jedoch, dass der im ersten Ausbauschritt des Strategischen Entwicklungsprogramms Bahninfrastruktur (STEP) vorgesehene Halbstundentakt Zürich - Chur eingeführt wird und die dazu erforderlichen Infrastrukturmassnahmen realisiert werden.

Parallel dazu ist im regionalen Verkehrskontext die Kapazität auf den Zubringerlinien der Rhätischen Bahn (RhB) nach Davos und St. Moritz zu steigern. Zu diesem Zweck sollen die Züge während der olympischen Spiele im Rahmen eines Ringzugkonzepts verkehren. Bei diesem Konzept fahren alle Züge in die gleiche Richtung in einem Ring (bzw. Kreis). Zugkreuzungen können so weitgehend vermieden werden. Entsprechend können Kapazität und Betriebsstabilität verbessert werden. Dieses Konzept erfordert jedoch einen Busersatzverkehr auf verschiedenen Streckenabschnitten. Zusammen mit den bereits vorgesehenen Investitionen beim Rollmaterial können mit diesen Massnahmen etwa 25 000 Personen pro Tag transportiert werden.

Neben der Beschaffung des notwendigen Rollmaterials müssen aufgrund der Machbarkeitsstudie auf dem Netz der RhB folgende Infrastrukturmassnahmen realisiert werden:

- Doppelspur Rheinbrücke Reichenau - Tamins

- Bahnhof Landquart

- Stromversorgung und neue Blockstellen Prättigau

- Bahnhof Davos Platz