Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 52 Seiten
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- Neue Blockstellen Vereinatunnel
- Umfahrung und Doppelspur Bever
Die Notwendigkeit der einzelnen Massnahmen ist im Rahmen der Vertiefung der Verkehrsplanung nochmals zu untersuchen und zu bestätigen.
Strassenverkehr
Auf der Strasse sind die Austragungsorte nur durch die Benützung von Pass- und Talstrassen erreichbar. Die Passstrassen sind bisweilen mit Wintersperren oder regelmässig auftretenden Schneekettenobligatorien belegt. Eine Redundanz des Strassennetzes ist wegen der geografischen Gegebenheiten grundsätzlich nicht zu gewährleisten. Entsprechend sind keine Alternativrouten vorhanden. Das hat zur Folge, dass weite Umwege gefahren werden müssen, falls eine Strecke gesperrt oder überlastet ist.
Die Anzahl Zuschauer an den olympischen Winterspielen variiert je nach Veranstaltung zwischen 52 000 und 112 000 pro Tag. Rund 25 000 Personen können mit der Bahn transportiert werden. An zwei Spitzentagen müssen somit maximal 87 000 Besucher mit Bussen nach St. Moritz und Davos befördert werden. Bei Annahme einer durchschnittlichen Belegung von 50 Personen pro Bus entspricht dies rund 1 740 Busfahrten pro Tag und Richtung von oder nach Davos bzw. St. Moritz.
Die Besucher sollen primär ab deren Wohnort mit der Bahn oder dem Bus zum Veranstaltungsort anreisen. Für diejenigen Besucher, die nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können oder wollen, sind in allen Zufahrtskorridoren Parkplätze (P+R) für Personenwagen vorzusehen. Ab diesen Parkplätzen werden die Besucher mit Shuttlebussen zu den Veranstaltungen geführt.
Parallel dazu werden Busse für den Bahnersatzverkehr aufgrund des Ringzugkonzeptes, den Olympia-Shuttle-Bus zwischen den Veranstaltungsorten und für den lokalen Busverkehr in Davos und St. Moritz eingesetzt. Insgesamt werden somit nach den gewählten Berechnungsszenarien etwa 1‘800 Busfahrten benötigt. Mittels eines effizienten Verkehrsmanagementsystems lassen sich die Reisecars und Busse pro Einsatztag mehrfach nutzen.
Für die Besucher wird der Individualverkehr eingeschränkt. Die individuelle Anreise an die Austragungsorte wird Einwohnern und Gästen gewährt, sofern sie eine Buchung und einen Parkplatz nachweisen können.
Was den Ausbau des Strassennetzes betrifft, sind zahlreiche Haltekanten für Busse sowie die Umfahrung Bivio und die Engpassbeseitigung Mulegns zu realisieren. Diese beiden Projekte sind auf kantonaler Ebene bereits in Planung, ab 2014 dürfte jedoch die Julier-Passstrasse Teil des Nationalstrassennetzes sein. Die Beseitigung der beiden Engpässe würde im Hinblick auf die Durchführung der olympischen Spiele durch den Bund vorzeitig realisiert.
Es sollen nur Infrastrukturen gebaut werden, die auch langfristig – über die olympischen Spiele hinaus – einen Nutzen bringen. Bei den gegebenen Platzverhältnissen und den zur Verfügung stehenden Infrastrukturen können nicht alle Vorgaben des IOC, wie zum Beispiel separate Fahrspuren für die olympische Familie oder Polizei- und Rettungskräfte, erfüllt werden. Allenfalls können zu bestimmten Zeiten mittels betrieblicher Regelungen (zeitweiser Einrichtungsbetrieb) entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden.