Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 52 Seiten

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treffenden Massnahmen müssen spätestens bei der Einreichung eines konkreten Bauprojektes geklärt sein.

In einem nächsten Schritt müssen auch die Themen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel vertieft bearbeitet werden. Vorrangig ist der Klimaschutz. Zentrales Anliegen ist es, alle im Zusammenhang mit den Winterspielen stehenden Treibhausgasemissionen so weit wie möglich zu vermeiden und die nicht vermeidbaren Emissionen zu kompensieren. Dabei geht es insbesondere um Emissionen aus dem Verkehr, aber auch aus der Errichtung, dem Umbau und Betrieb der technischen Anlagen, Veranstaltungen von Sponsoren, Hotellerie und Gastronomie sowie allfälliger Landnutzungsänderungen (z.B. Rodungen für neue Bauten). Alle Steuerungsmassnahmen (z.B. Verkehrskonzept) sollten eine Minimierung der Emissionen zum Ziel haben. Als Grundlage hierfür ist die Erstellung einer umfassenden Treibhausgasbilanz wünschenswert.

Bei der Anpassung an den Klimawandel geht es um die Berücksichtigung der Ziele der Anpassungsstrategie des Bundesrates, insbesondere in den Bereichen Naturgefahren, Raumentwicklung und Tourismus. Es muss insbesondere sichergestellt werden, dass von Naturgefahren potentiell betroffene Gebiete von neuen Gebäuden und Infrastrukturen möglichst freigehalten werden, und dass bei allfälligen Baumassnahmen die Schutzfunktion des Waldes nicht beeinträchtigt wird.

1.8.6 Beherbergung

Für die Machbarkeitsstudie wurden die Unterkunftsmöglichkeiten in den Kategorien gemäss schweizerischer Tourismusstatistik (Februar 2011) erhoben und mit den Vorgaben des IOC verglichen.

Gemäss den Anforderungen des IOC werden 23 000 Zimmer in den 2* bis 5* Kategorien benötigt. Weiter beanspruchen rund 4 500 Sicherheitsleute und etwa 15 000 der 23 000 freiwilligen Helfer sowie ein Teil der Besucher eine Unterkunft. Im Umkreis von 90 Fahrminuten zu den Austragungsorten St. Moritz und Davos stehen heute - inklusive der beiden Orte Zürich und Opfikon - nominal genügend Betten in der Hotellerie und Parahotellerie bereit, um die Bedürfnisse des IOC und der weiteren Personengruppen zu decken. Zudem sind in den nächsten Jahren Neubauprojekte im Bereich Hotellerie und Parahotellerie geplant.

Gemäss aktuellem Planungsstand müsste die Hotellerie ein hohes Kontingent an Betten zur Verfügung stellen. Für die fraglichen Hochsaisonwochen wird dies von den einzelnen Betrieben eine Interessenabwägung zwischen olympischen Winterspielen und Stammgästen erfordern. Im gleichen Perimeter stehen allerdings noch mehrere tausend Betten in Hotelbetrieben zur Verfügung, die nicht qualifiziert sind. Für diese könnten olympische Winterspiele zum Ansporn werden, die notwendigen Investitionen vorzunehmen, um die Klassifizierungsvoraussetzungen zu erfüllen. Als alternative Unterkunftsmöglichkeiten kommen etwa die aktive Nutzung von Ferienwohnungen oder die Unterkunftsform „Voluntari wohnt bei Voluntari“ in Frage.

Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Machbarkeit im Bereich der Beherbergung gewährleistet. Im Verlauf der weiteren Abklärungen ist vertraglich sicherzustellen, dass die Unterkunftsmöglichkeiten im Jahre 2022 auch effektiv zur Verfügung stehen. Diese Arbeiten werden im Hinblick auf die Erarbeitung des Bid Book durchzuführen sein.