Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/104: Bundesgesetz über das Zentrum für Qualität in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung · 75 Seiten

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gen und Akkreditierungen, Behandlungs-/Pflegestandards sowie der Durchführung von Verbesserungsprojekten wurden beispielsweise auch Meldesysteme für kritische Zwischenfälle eingeführt. Diese sollen dazu dienen, dass kritische Zwischenfälle gemeldet und analysiert sowie anschliessend Verbesserungsmassnahmen umgesetzt werden.

patientensicherheit schweiz hat in Kooperation mit der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation (SGAR) und mit Unterstützung des BAG ein übergeordnetes Netzwerk (CIRRNET) aufgebaut, welches den angeschlossenen Gesundheitsorganisationen ermöglicht, Fehlermeldungen aus ihren lokalen Systemen anonymisiert einzuspeisen. Die Meldungen aus lokalen Fehlermeldesystemen werden in CIRRNET auf nationalem Niveau zusammengeführt, den angeschlossenen Gesundheitsinstitutionen zugänglich gemacht und gemeinsam mit Experten bearbeitet. Dabei werden überregional relevante Problemfelder identifiziert, Verbesserungsempfehlungen von Fachleuten entwickelt und durch patientensicherheit schweiz verbreitet (Quick-Alerts). Das Projekt CIRRNET wird im Wesentlichen durch zweckbestimmte Beiträge der Kantone finanziert.

patientensicherheit schweiz ist in verschiedenen weiteren Bereichen aktiv, in denen sie beispielsweise Erhebungen und wissenschaftliche Analysen durchführt, Schulungen entwickelt und anbietet, Interventionsstrategien und Informationsmaterialien für Patienten und Patientinnen erarbeitet, Empfehlungen in Zusammenarbeit mit Fachexperten entwickelt, Kampagnenmaterial zur Verfügung stellt und Tagungen organisiert.

Im Rahmen der Umsetzung der Qualitätsstrategie des Bundes hat das BAG nationale Pilotprogramme zur Verbesserung der Qualität und Patientensicherheit initiiert und unterstützt patientensicherheit schweiz bei deren Umsetzung massgeblich. Die in den Jahren 2013-2015 zu realisierenden Programme „Sichere Chirurgie“ und „Medikationssicherheit bei Übergängen“ haben zum Ziel, dass in beteiligten Spitälern „state of the art“ Standards systematisch umgesetzt werden. Sie lehnen sich an nationale Programme an, die in verschiedenen Ländern erfolgreich umgesetzt wurden (USA, Kanada, Holland, Schottland, Schweden) oder zurzeit in Umsetzung begriffen sind (Dänemark, Neuseeland). Auch in der Schweiz wurde bereits ein erstes regionales Programm zur Erhöhung der Medikationssicherheit bei der „Fédération des Hôpitaux Vaudois (FHV)“ erfolgreich umgesetzt. Die Durchführung von weiteren nationalen Verbesserungsprogrammen in einem umfassenderen Umfang ist ein wesentliches Element in der Umsetzung der Qualitätsstrategie des Bundes.

Verschiedene Fachgesellschaften und Verbände leisten mittels Aufbau von medizinischen Registern oder anderen Datensammlungen und Anerkennungs- oder Zertifizierungssystemen wichtige Beiträge zur Qualitätsentwicklung. Die darin enthaltenen Qualitätsdaten stehen jedoch der gesundheitspolitischen Steuerung sowie den Bürgern nicht zur Verfügung.

Der Verein Swissnoso widmet sich der Reduktion von nosokomialen Infektionen und multiresistenten Keimen im Schweizer Gesundheitswesen. Er führt im Auftrag des ANQ Messungen zu postoperativen Wundinfekten durch, erarbeitet Empfehlungen und setzte von 2005 bis 2006 die erste schweizerische Händehygienekampagne um. Das Expertenwissen von Swissnoso wird insbesondere beim vom BAG geplanten dritten Pilotprogramm „Reduktion der Spitalinfektionen“ benötigt werden und die Wundinfektmessungen werden in einem entsprechenden Programm einzufliessen