Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2013/108: Teilrevision der Tierarzneimittelverordnung (TAMV) (2. Etappe, Massnahmenpaket 1) und Teilrevision der Arzneimittel-Werbeverordnung (AWV) zur Umsetzung der Mo. Eder 13.3393 · 79 Seiten
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den sie entsprechend konstant mit Problemen konfrontiert und sind der Ansicht, dass es in diesem Punkt die Aufgabe des Gesetzgebers ist, in der Pferdepraxis für umsetzbare Lösungen zu sorgen!
Die SVPM unterstützt die Revision der TAMV im Sinne einer erhöhten Lebensmittelsicherheit und dem Bestreben zur Verminderung von Antibiotikaresistenzen.
In den Augen der Pferdepraktiker muss das Pferd als Nutztier weiterhin Bestand haben können. Die durch unnötige Vorschriften provozierte Statusänderung durch die Besitzer zum Heimtier führt zu Verschwendung von lebensmitteltechnisch unbedenklichem Pferdefleisch und damit tierischen Eiweissen sowie zu einem gesteigerten vermeidbaren Entsorgungsaufwand. Zudem ist der Import von Pferdefleisch aus tierschützerisch schwer zu kontrollierenden Regionen in weit entfernten Ländern und mittels noch fragwürdigeren Lebendtier-Transporten als Alternative zur einheimischen Produktion als höchst bedenklich anzusehen.
Für die Pferdepraktiker muss auch die Ermittlung von Absetzfristen bei Umwidmung, Import und Formula magistralis einfacher gestaltet werden, so dass der Praktiker für Nutztierequiden diese Daten sofort zur Hand hat. Ein entsprechendes Merkblatt des BLV oder ein 'tool' im Tierarzneimittelkompendium ist zwingend einzuführen, um eine einheitliche und klare Regelung in dieser Frage zu erzielen.
Pro Natura erachtet die Anhörungsunterlage als ungeeignet, um die unbestrittenen Ziele der Verordnungsanpassung zu erreichen – nämlich die Probleme zunehmender Antibiotikaresistenzen zu entschärfen. Damit die Verordnungsrevision tatsächlich zur Lösung der anstehenden Probleme beitragen kann, beantragt Pro Natura Verbesserungen am vorliegenden Entwurf bzw. dass die Voraussetzungen geschaffen werden dass:
- der prophylaktische Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion schrittweise verboten oder auf wenige, kritische Diagnosen eingeschränkt wird;
- die erhobenen Daten zielgerichtet, kritisch und zeitnah ausgewertet und interessierten Organisationen zugänglich gemacht werden, ggf. in anonymisierter Form.
Neben den problematischen Auswirkungen für die Nutztiere sollte der Einfluss der Tierarzneimittel auf die Biodiversität zukünftig berücksichtigt werden. Beispielsweise werden die negativen Auswirkungen von Ivermectin auf die Fauna des Kuhdungs wissenschaftlich dokumentiert (Entomologische Gesellschaft Zürich, Sitzung vom 4. Januar 2013, Vortrag von Ralf Jochmann).
KAGfreiland stimmt der Stossrichtung und den Ansätzen der revidierten TAMV grundsätzlich zu, stellen aber zugleich fest, dass diese Ansätze angesichts der beschriebenen Ausgangslage in keiner Weise genügen, um die Resistenzproblematik wirkungsvoll anzugehen, da wesentliche Aspekte dabei nicht berücksichtigt werden.
Gemäss Pro Natura und KAGfreiland betreffen die nötigen Anpassungen insbesondere zwei Bereiche:
1. Eine der wesentlichen Ursachen, welche zur aktuellen Resistenzproblematik bei Antibiotika beiträgt, liegt im hohen prophylaktischen Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion. Gemäss dem Entwurf TAMV dürfen neu zwar antimikrobielle Wirkstoffe nicht mehr auf Vorrat zur Prophylaxe abgegeben werden, sie dürfen aber weiterhin zur Prophylaxe eingesetzt/abgegeben werden. Damit wird das wesentliche Problem, nämlich der verbreitete prophylaktische Einsatz, in keiner Weise angegangen, sondern lediglich ein zusätzlicher v.a. administrativer Aufwand nötig gemacht, ohne dass die jetzige Praxis der Prophylaxe geändert werden muss. Es ist zudem davon auszugehen, dass dieser neu geforderte Aufwand mit relativ einfachen Mitteln umgangen werden kann und auch wird (z.B. Ausbau des Schwarzmarktes). Um die Antibiotikaresistenzproblematik wirksam entschärfen zu können, ist es unumgänglich, dass der prophylaktische Einsatz mittelfristig ganz untersagt wird. Produktionssysteme, die nur mit regelmässigem Antibiotikaeinsatz (präventiv und akut) funktionieren oder die sich durch besonders hohen Verbrauch von Antibiotika auszeichnen, müssen beim Namen genannt und mittelfristig verboten oder massgeblich angepasst werden (z.B. bestimmte Formen der Kälbermast).
2. Ein zweites Hauptproblem liegt nach Ansicht von Pro Natura in der derzeit fehlenden Datenerfassung und in der vollkommen fehlenden Übersicht, wo welche und wie viele Antibiotika warum eingesetzt werden in der Schweiz. Deshalb ist es heute nicht möglich zu eruieren, welche Haltungs- und Produktionsformen und welche Betriebe in welchem Umfang einen besonders hohen Antibiotikaeinsatz aufweisen. Pro Natura und KAGfreiland halten fest, dass neu gemäss Verordnungsentwurf zwar eine elektronische Erfassung der Verschreibungen und Anwendungsanweisungen von FüAM und